08.09.2016, 00:00 Uhr

Angst trotz 6.775 Unterstützer

Eine Delegation der Initiatoren überreichte Landesrat Karl Wilfing die 6.775 Unterschriften für den Erhalt des Spitals. (Foto: Sperlich)
KLOSTERNEUBURG. KLOSTERNEUBURG. Eine Delegation der Initiatoren der überparteilichen Petition zum Erhalt des Landesklinikums als vollwertiges Spital überreichte Landesrat Karl Wilfing 6.775 #+Unterschriften.

Der Wille fehlt
Enttäuscht zeigte sich Stadtrat Stefan Mann: "Trotz konstruktiver Gespräche entstand der Eindruck, dass weder das Land noch die Landesklinikum-Holding bereit waren die Anliegen der Klosterneuburger in die Zukunftsplanung aufzunehmen." Wesentlich für Mann ist der Erhalt der qualitativen Notversorgung, auch nachts und an Wochenenden. Doch hier gab es leider eine Absage des Landesrates, welcher auf die Grundversorgung durch die Spitäler in Tulln, Korneuburg und Wien verwies. Gemeinderat Erich Deim bemängelte ebenfalls die fehlende Kompromissbereitschaft des Landes. "Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Zahlen wichtiger sind als die Menschen", so Deim. Er kritisierte weiter, dass er nicht verstehe, warum die drittgrößte Stadt Niederösterreichs eine medizinische Infrastruktur verlieren solle.

Angst arbeitet mit
Ebenfalls bei diesem Gespräch behandelt wurden die teils sehr negativen Erfahrungen, welche so mancher Klosterneuburger bereits in der Umstellungsphase gemacht habe. Auch die Zukunft der Belegschaft wurde besprochen. Mit diesen Informationen konfrontiert, äußerte sich eine medizinische Mitarbeiterin, welche nicht genannt werden möchte: "Ich verstehe nicht, wie man über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg Entscheidungen über deren Zukunft treffen kann.
Außerdem sind die nächsten Spitäler, Tulln und Korneuburg, sowieso jetzt schon auf manchen Stationen unglaublich überfüllt."

Land ist am Zug
Ein weiteres Thema war die Belastung für ältere Mitbürger, wenn Notversorgungsfälle am Wochenende und in der Nacht nach Tulln oder sogar in andere Spitäler gebracht werden müssen. Außerdem könne es hier zu einem starken Imageschaden für das Spital Klosterneuburg kommen, welcher mit sinkenden Patientenzahlen weitere Kürzungen nach sich ziehen könnte. Die Delegation appellierte deshalb an den Landesrat. Mann abschließend: "Jetzt ist das Land am Zug. Wir hoffen alle gemeinsam, dass Tausende Unterschriften nicht einfach so vom Tisch gewischt werden." Auch Rosemarie Brunner von der SPÖ schließt sich an: "Wir werden nicht locker lassen."

Zur Sache

Haben Sie Ideen oder Anregungen, wie das Spital gerettet werden kann? Melden Sie sich unter klosterneuburg.red@bezirksblaetter.at.
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