13.04.2016, 00:00 Uhr

Essl-Museum: 36 Mitarbeiter arbeitslos

Das Aus für 36 Angestellte: Nur sechs Mitarbeiter können ihren Job behalten, denn die Bibliothek, Restaurierung und Archiv bleiben erhalten.
KLOSTERNEUBURG. Nach der BauMax-Krise rund um Karl Heinz Essl, wird nun auch das Essl-Museum geschlossen. Und das schon mit 1. Juli 2016.

Keine Drittel-Lösung
Es handelt sich zwar nicht um ein Insolvenzverfahren, dennoch kann die Familie Essl das Museum nicht weiterfinanzieren. Trotz aller Versuche, das Land Niederösterreich, den Bund und die Stadtgemeinde Klosterneuburg von einer Drittel-Lösung zu überzeugen, steht nun eins fest: Das Museum wird geschlossen. Niemand wollte sich auf diese Art der Lösung einlassen. "Die Stadtgemeinde kann sich das Drittel von 800.000 Euro nicht leisten", so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Weiters möchte man auch nicht mit einer Unterschriftenaktion helfen: "Von der Stadtgemeinde ist nichts geplant", so Schmuckenschlager. Das Museum brachte einst einen Kulturstatus nach Klosterneuburg, nun fällt dieser weg. "Es ist schon schade darum, immerhin gehört Essl und die Kunst in die Stadt", meint Hannes Dorfer. Und auch der Tourismus ist betroffen: "Jetzt gibt's eine Attraktion weniger, das ist ein Schlag", so Friedrich Veit, Tourismusobmann vom Tourismusverband und fährt fort: "Mit dem K3 Ticket haben wir ein großes Problem, das wird's nicht mehr geben." (Anmerkung der Redaktion: Das K3 Ticket ist eine Eintrittskarte für Essl-Museum, Stift und Museum Kierling). Die Sammlung Essl ist vom Ende des Museums nicht betroffen, denn diese ist in einem anderen Eigentumsverhältnis: 40 Prozent gehören der Familie Essl, die restlichen 60 Prozent der Familie Haselsteiner.

Aus für 36 Angestellte
Doch was heißt das für die 45 Angestellten? "36 Mitarbeiter werden gekündigt, die anderen sechs können ihre Arbeitsstelle behalten. Weil diejenigen im Archiv, der Restaurierung und der Bibliothek tätig sind, welche erhalten bleibt", erklärt Pressesprecher Erwin Uhrmann. Doch die Mitarbeiter werden nicht mit 1. Juli gekündigt, denn: "Herrn Essl war es wichtig, dass die Betroffenen noch länger Zeit haben, eine Stelle zu finden", so Uhrmann. So ist für diejenigen vorraussichtlich erst mit Ende Juli oder September der letzte Arbeitstag angebrochen. "Die Leute müssen wieder zu sich kommen und dann kann man schauen, wie's weitergeht", erzählt Uhrmann.

Zur Sache

Das bereits fixierte Programm im Essl-Museum bleibt bis 30. Juni 2016 bestehen, auch die Öffnungszeiten bleiben gleich. In den letzten sieben Tagen gibt's für alle Besucher und Gäste freien Eintritt.
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