18.12.2013, 00:10 Uhr

Gegen Trägheit der Stadt

Nagy hofft auf Erfolg im Pilotjahr. Er überlegt eine Ausweitung auf andere Gemeinden.

Thomas J. Nagy will Klosterneuburg gesünder machen und greift dafür zu ungewöhnlichen Mitteln.

KLOSTERNEUBURG (cog). Alles begann mit einem Reinfall vor zwei Jahren. Nur eine Handvoll Menschen war zum Burnout-Vortrag des Gesundheitswissenschafters und Fachbuchautors Thomas J. Nagy in die Babenbergerhalle gekommen: "Das war schon sehr befremdlich", sagt er im Nachhinein über das vermeintliche Desinteresse der Hiesigen. Seitdem hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen: "Klosterneuburg liegt mir am Herzen, aber ich sehe hier eine gewisse Bequemlichkeit. Jedes zweite Kind hat schon Figurprobleme, viele Erwachsene trinken schon vormittags Alkohol – so werden wir nicht 100 Jahre alt."

Gemeinderat auf der Waage

Nagy konnte mit seinem Konzept einer "Mitmach-Initiative" für eine gesunde Stadt auch die Politik und allerlei Prominenz gewinnen, die als Vorbild voranschreiten sollen. "Es reicht nicht, nur sein Gesicht in die Kamera zu zeigen, das ist nicht glaubhaft", erklärt Nagy, der im neuen Jahr den ganzen Gemeinderat auf die Waage stellen und ihn einem Gesundheitscheck unterziehen will. Am Ende des Jahres müssen die MandatarInnen dann zur Vergleichsanalyse antreten. "In den letzten zwei Jahren hat die Stadtgemeinde viel Geld in Präventionsprojekte gesteckt – ohne Erfolg", resümiert der gebürtige Klosterneuburger. Diesmal soll es anders werden und das ganz ohne Geld vonseiten der öffentlichen Hand: "Ich finanziere alles vor und hoffe auf Sponsoren."

Talkshow beim Einkaufen

Drehscheibe der Initiative ist der Interspar in der Albrechtstraße: "Wir holen die Menschen ab, wo sie sind." Im Rahmen von Gesundheitstalkshows werden in dem Supermarkt die unterschiedlichsten Themen aufbereitet. Gesundheit ist dabei ein weit gefasstes Feld, das neben dem physischen auch das psychische, das soziale und das spirituelle Wohlbefinden umfasst.
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