19.08.2016, 14:31 Uhr

Großer Streit um die Öffi-Ausschreibungen

„Ich verstehe die Aufregung nicht“, wundert sich Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer. (Foto: privat)
KLOSTERNEUBURG (red.) „Ich verstehe die Aufregung nicht“, wundert sich Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer über aktuelle Stimmen, die sich gegen die Busausschreibung 2017 wenden.“ Konkret geht er auf die Vorwürfe von Zuklin ein, die Ausschreibung der Buslinien auf Klosterneuburger Gemeindegebiet im Jahr 2017 benachteilige ihre Firma.

Faire öffentliche Ausschreibung

„Wir haben die neue Ausschreibung unter Einbeziehung der Kundenwünsche erarbeitet und uns strikt nach deren Bedürfnissen orientiert. Schließlich geht es um Millionen an Steuergeldern. Dass die Ausschreibung nun für alle Busanbieter offen ist, ist die fairste Lösung und im Interesse aller und entspricht auch dem Bundesvergabegesetz", so Stadtrat Kehrer. Der Vergabemodus mittels Ausschreibung sei heutzutage eine Selbstverständlichkeit, um Qualitätsstandards zu garantieren und funktioniere innerhalb des Verkehrsverbunds Ost Region (VOR) bestens. „Abgesehen von der Festlegung der Preise sind nun auch erstmals Sanktionen möglich, wenn der Busunternehmer vertragsuntreu wird, das ist ein großer Fortschritt im Sinne der Fahrgäste und der Gemeinde.“

Endlich Qualitätsstandards für Busse

Bisher wurde ein Unternehmer direkt beauftragt, aber ohne Qualitätssicherheit und ohne genauen Anforderungskatalog. „Eigentlich hat der Auftraggeber, nämlich die Gemeinde und Verkehrsverbund, nur das Grundnetz vorgegeben, zusätzliche Kurse erfolgten dann oft nach den Vorstellungen des Busunternehmers. „Diese Kurse orientierten sich dann erfahrungsgemäß leider eher am eigenen betriebswirtschaftlichen Vorteil als an den KundInnenbedürfnissen“, so Kehrer. Dass der VOR die Planung innehat und nicht die Buslinien ist für Kehrer daher absolut notwendig. Nun hat der Verkehrsstadtrat unter Einbeziehung der Klosterneuburger BürgerInnen und in Kooperation mit der Gemeinde einen detaillierten Anforderungskatalog formuliert. Darin enthalten ist beispielsweise eine gute Abstimmung der Buszeiten bei den Umsteigestellen, ausreichend Platz für Kinderwägen sowie übersichtliche Informationstafeln an den Haltestellen.

Grundlose Panikmache

Dass – wie von mehreren Stimmen befürchtet – nur noch ausländische Busunternehmen in Klosterneuburg verkehren werden, entbehrt laut Kehrer jeglicher Realität. „Welcher Betreiber kann sich so lange Anfahrten mit dem Bus erlauben? Ein Standort in der Nähe ist das Um und Auf für den effizienten Betrieb der Linien.“ Und dass das Busunternehmen Zuklin gegen eine öffentliche Ausschreibung protestiert, verwundert den Verkehrsstadtrat ebenso: „In anderen Gemeinden hat Zuklin sich ja aktuell an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt und sogar Aufträge erhalten, und in der eigenen Gemeinde möchte sie sich einem fairen Prozedere nicht unterwerfen? Das ist erstaunlich!“
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