06.04.2016, 00:00 Uhr

Kurve für Kurve: Glück und Horror auf zwei Rädern

Niederösterreich wird international zum Motorrad-Land, Lokalaugenschein auf den Biker-Routen in Klosterneuburg.

KLOSTERNEUBURG. Pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen auch die Motorradfahrer aus dem Winterschlaf. Aus der Bundeshauptstadt machen sich derzeit ganze Legionen von Bikern nach Klosterneuburg auf, aber auch international werden wir immer mehr zum Land der „Gasradln". Das deutsche Forum „Kurvenkönig.de“ schwärmt etwa: "Hier ist Motorradfahren fast wie Stricken. Links, rechts ja keine Kurve auslassen. Traumhafte Tourentage auf einsamen Landstraßen…“

Beliebte Strecken

Doch was für die einen Spaß und Freiheit bedeutet, bedeutet für Anrainer oft Lärm und Stress. Und für die Einsatzkräfte jede Menge Arbeit. Die Bezirksblätter haben die beliebtesten Bikerrouten im Bezirk besucht - ein Lokalaugenschein.
"Besonders viel passiert in Weidlingbach und am Exelberg, da sind kurvenreiche Strecken", erklärt Josef Angelmayer, Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Klosterneuburg. Doch wer nun denkt, dass auf der Höhenstraße besonders viele Motorradunfälle passieren, täuscht sich – wie Angelmayer erklärt: "Hier passieren mehr Autounfälle wegen dem rutschigen Kopfsteinpflaster. Aber wirklich wissen tun wir's von den Einsatzorganisationen nicht, weil viele rutschen weg, können weiterfahren, oder werden von Freunden abgeholt." Auch Josef Hammerschmied, Anrainer in der Nähe der Windischhütte, wundert sich oftmals: "Die Motorradfahrer brausen wenn die Sonne scheint immer so schnell auf und ab, das ist richtig laut – aber irgendwann gewöhnt man sich halt dran. Aber mich wundert's vielmehr, dass man so wenig von Unfällen auf der Höhenstraße hört, wahrscheinlich können sich die Fahrer selbst helfen."

Das richtige Reagieren

"Die meisten Unfälle passieren eher im Frühjahr, als im Sommer, viele sind schon voller Vorfreude und überschätzen sich dann leichter", so Angelmayer. Doch wie reagiert man richtig, wenn man zu einem Unfall mit einem Motorradfahrer kommt? "Jeder Motorradfahrer nimmt im Normalfall sofort selbst den Helm ab, damit er besser Luft bekommt. Ist der Fahrer aber bewusstlos, muss das vom Ersthelfer gemach werden", erklärt Thomas Wordie, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Klosterneuburg. Prinzipiell gelten auch hier die allgemeinen Ersthelfer-Regeln: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste, Warndreieck, Rettung alamieren, Verunfallten sichern und die Basismaßnahmen – Lagerung und Ansprechen – durchführen. "Die Devise lautet: Man kann nichts falsch machen als Ersthelfer, außer man macht gar nichts", so Wordie.

Zur Sache

Im Bezirk Wien-Umgebung sind insgesamt 60.622 Autos, 7.343 Motorräder und 2.061 Motorfahrräder angemeldet. Stand: 31. Dezember 2015
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