02.08.2016, 18:00 Uhr

Oympia Hoffnung Corinna Kuhnle im Interview: "Ich weiß, dass ich gewinnen kann"

Corinna Kuhnle will ihre Karriere bei den olympischen Sommerspielen krönen. Das Kanufahren hat sie bei den Naturfreunden Höflein erlernt (Foto: Alle Fotos: MK Sports Consulting)

Die Höfleiner Kanutin Corinna Kuhnle spricht über ihre Ziele und Chancen bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Am 11. August starten Sie bei den Olympischen Spielen in Rio. Was wollen Sie erreichen?
CORINNA KUHNLE:
Ich möchte Olympia genießen und mit einer Medaille im Gepäck nach Hause kommen. Das eine schließt das andere nicht aus – eventuell ist es sogar eine wichtige Basis füreinander.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
CORINNA KUHNLE:
Sie stehen nicht schlecht. Der Kreis der Medaillenanwärter ist aber groß. Dementsprechend eng wird es zur Sache gehen.

Was wird über Ihren Erfolg entscheiden?
Entscheidend wird sein, dass ich mein Potenzial ausschöpfe. Denn dann bin ich schnell. Ich will nichts Spezielles auspacken, sondern einfach auf das vertrauen, was ich kann. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, mich auf mich und meine Leistung zu fokussieren. Was meine Gegnerinnen machen, liegt nicht in meiner Hand. Das blende ich aus. Ich denke auch nicht in Resultaten. Aber ich weiß, dass ich mit einem guten Lauf ganz vorne dabei bin.

Bei den vergangenen Großereignissen hat das oft nicht geklappt. Haben Sie deshalb etwas in der Vorbereitung verändert?
Grundlegend mache ich nichts anderes. Schließlich habe ich so zuletzt zwei Mal in Serie den Gesamtweltcup gewonnen. Doch man dreht immer wieder an einzelnen Knöpfen, um besser zu werden. Meine Vorbereitung auf die Spiele war diesmal ganz anders als vor vier Jahren, als ich dann Achte wurde.
Ich habe heuer zwei Weltcups ausgelassen. In den vergangenen zehn Jahren hatte ich ansonsten nur einmal während meiner Matura ein Rennen verpasst. Dafür habe ich mich auf ein intensives Grundlagentraining konzentriert, um im Sommer stark zu sein und die nationale Qualifikation als ersten Fokus gelegt. Nach der verpatzten Weltmeisterschaft war dort bereits in einer schwierigen Ausgangsposition konfrontiert. Das war eine gute Schule für mich. Jetzt weiß ich, dass ich mich auf mich verlassen kann. Ich bin körperlich fit und mental bereit.

Wie gefällt Ihnen die Olympiastrecke? Kommt Ihnen diese entgegen?
Die Strecke ist nur gerade. Damit unterscheidet sie sich klar von den meisten anderen Anlagen, was die Orientierung am Anfang schwer macht. Normalerwiese dienen Kurven und markante Stellen als Anhaltspunkte, das gibt es in Rio nicht. Ich habe meine bisherige Zeit intensiv genützt, um den Kanal verstehen zu lernen. Die Strecke hat ihre Tücken, was Wasserstand und wechselnde Wasserverhältnisse angeht. Man wird auf jeden Fall hellwach sein müssen, um möglicherweise entscheidende Fehler zu vermeiden.

Was würde Ihnen der Gewinn einer Medaille bei Olympia bedeuten?
Ich weiß, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt. Aber natürlich wäre eine Medaille in Rio so etwas wie das i-Tüpfelchen meiner Karriere.

ZUR SACHE: KUHNLE BEI OLYMPIA:

Am 11. August um 10 Uhr wird die 29-jährige Höfleinerin Corinna Kuhnle im Wildwasserslalom um eine Medaille paddeln. Davor muss sie durch eine Qualifikation (8. August, 8 Uhr), die in zwei Durchgängen entschieden wird. Die schnellsten 15 Kanutinnen erreichen das Semifinale (11. August, 8.15 Uhr). Für die besten zehn geht es dann im Finale um Gold, Silber und Bronze.

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