10.03.2016, 20:01 Uhr

Die Biene ist u.a. ein Rüsseltier

1. Kurzrevision 2016
Bienen und Natur – NEWS
vom fröhlichen Imker
KW 10/2016

Wie finden Bienen die Blüten?
Wie schön, wenn Bienen über einer blühenden Wiese ausschwärmen. Doch woher wissen diese Insekten, wo sie ihr Futter finden? Sehen oder riechen sie es oder finden sie es ganz anders?
Zum allgemeinen Verständnis ist bei dem Begriff Biene die Honigbiene gemeint, die als Nutztier gehalten wird. Es gibt aber eine ganze Reihe verschiedener Bienenarten. Die Honigbienen ernähren sich vegetarisch, das heißt, die Bienen leben von süßen Pflanzensäften, die sie aus Blüten sammeln, vor allem aber vom Blütennektar. Da dieser nur aus Zucker und Wasser besteht, sind Bienen außerdem auf die Pollen von Blüten angewiesen. Diese liefern Eiweiße, Vitamine und essenzielle Fettsäuren. Doch wie findet die Biene ihre Leckereien?
Tatsächlich haben sich die Sinne der Bienen und anderen blütenbestäubenden Insekten seit Jahrmillionen angepasst, um möglichst effektiv Naturquellen zu erschließen. Erklärt Dennis Klein, Geograf und Wildbiologe. Auch die Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden, haben sich parallel entwickelt. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer koevolutiven Entwicklung, sowohl bei den Bienen als auch bei den Pflanzen.
Mehrere Sinne im Einsatz
Bienen nehmen mit ihren Augen ihre Umgebung anders wahr als wir Menschen. Sie sehen die Grundfarben gelb, blau und ultraviolett. Scharlachrot nehmen sie als schwarz wahr. Landschaften sind für Bienen hellgrau. Durch diese besondere Art und Weise zu sehen, können Bienen nektarreiche Blüten in der Landschaft viel besser wahrnehmen als wir Menschen. Wissenschaftler sprechen sogar von Bienenfarben, wenn sie das Farbensehen der Biene beschreiben.
Grundsätzlich orientieren sich die Bienen also mit den Augen an den Farben der Blüten. So ist auch die Vielzahl der Blütenpracht nachvollziehbar, denn die Pflanzen konkurrieren untereinander um Bestäubung durch die Insekten. Ab einer Fluggeschwindigkeit von fünf Kilometer pro Stunde aufwärts, sieht die Biene jedoch nur noch schwarzweiß. Das führt dazu, dass sie fliegend die Farbe einer Blüte aus einem Meter Entfernung fast nicht mehr erkennen kann.
Aus diesem Grund orientiert sich die Biene eben nicht mehr an der Farbe einer Blüte, sondern auch am Duft der Pflanze, des Pollens und des Nektars. Bienen riechen mit ihren Antennen und können damit auch die Richtung bestimmen, aus welcher der Duft stammt. Der ausgeprägte Geruchssinn der Tiere hat auch viele andere Aufgaben, z. B. bei der Kommunikation untereinander. Pflanzen, die durch ihre Farbe und ihren Duft auffallen, haben dadurch für ihre Bestäubung einen echten Vorteil.

Zeit- und Landgedächtnis

Doch auch damit nicht genug. Die Bienen haben im Laufe ihrer Entwicklung ein Zeitgedächtnis entwickelt. Das ist wichtig, weil viele Pflanzen ihren Nektar nur zu bestimmten Zeiten liefern. Durch die Begrenzung der Futtersammlung auf bestimmte Stunden spart die Biene Zeit und Kraft. Das macht ihre Futtersuche effektiv. Bienen sind zudem imstande, Landmarken im Gedächtnis abzuspeichern. Dabei orientieren sie sich am Erdmagnetfeld und der Sonne und finden reichhaltige Futterplätze wieder.
Britische Forscher haben außerdem nachweisen können, dass sogenannte Bestäubungsinsekten, also auch Schmetterlinge oder Hummeln, eine Art Kommunikation mit den Pflanzen eingehen. Die Insekten sollen anhand elektrischer Signale die die Pflanzen aussenden, diese erkennen und sogar unterscheiden können. Diese besondere Kommunikationsform war bisher unbekannt.
Weitersagen in der Gemeinschaft
Neben den Sinnes- und Gedächtnisleistungen der Bienen bildet die Kommunikation untereinander bei allen staatenbildenden Arten einen weiteren wichtigen Bestandteil beim Auffinden der Nahrungsquellen. Mit dem sogenannten Schwänzeltanz gibt eine Biene Informationen über Art, Lage und Menge an Nahrung an ihre Schwestern weiter – allerdings erst, wenn sie den kürzesten Weg zur Nahrungsquelle gefunden hat.

Übrigens:

Honigbienen sind haariger als gedacht. Sie besitzen rund drei Millionen Haare am Körper. Damit vergrößern sie ihre Körperoberfläche, damit viele Pollen hängen bleiben und dadurch zur nächsten Blütenbestäubung beitragen können.
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