15.04.2016, 16:26 Uhr

Kukuruz-Alternative

Bienen und Natur – NEWS
vom fröhlichen Imker
KW 15/2016

Endlich eine Alternative zum Kukuruz (Mais) entdeckt!
Die Silphie benötigt keine Unkrautvernichtungsmittel, die Honigbienen mögen diese Pflanze, die die Biogasbranche anstatt dem Mais verwenden kann. Dies ist die ersehnte ökologische Alternative zum Energiemais. Umweltbewusste Landwirte möchten diese Silphie (Silphium perfoliatum) als Energiepflanze in Mitteleuropa etablieren. Von einer sensationellen Innovation spricht der Fachvorsteher des Verbandes von Biogas in Deutschland, Herr Otto Körner.
„Zumal diese Pflanze sich nicht – wie manche andere eingewanderte Art – exzessiv vermehrt. Sie verwildert nicht und sie ist nicht invasiv. Bislang sprachen für die Bauern ganz praktische Argumente gegen den Anbau dieses Korbblütlers als Energiepflanze. Einerseits die hohen Kosten im ersten Jahr, weil die Pflanzen in Form von Setzlingen auf das Feld gebracht werden mussten. Andererseits deshalb, weil die Silphie erst im zweiten Jahr Erträge bringt. Den Landwirten blieb also ein Jahr ohne Einnahmen.
Beide Nachteile sind nun beseitigt worden. Man hat es geschafft, die Keimfähigkeit des Saatguts auf 90 % zu steigern. Deshalb benötigen die Landwirte keine Setzlinge mehr. Darüber hinaus ist auch das Problem des einjährigen Ertrag Ausfalls gelöst, indem man im ersten Jahr noch zusätzlich Mais anbaut. Ab dem zweiten Jahr wächst die Silphie dann alleine auf dem Feld und wird zum Energierohstoff.
Seit Jahren sucht die Branche nach Alternativen zum Kukuruz. Nun hat die Silphie die Chance, für das Biogas jene Akzeptanz zurückzugewinnen, die durch die Vermaisung der Landschaft gelitten hat. Denn mit ihrer gelben Blüte im Hochsommer ist diese Energiepflanze für das Landschaftsbild ein Gewinn, ebenso für die Honigbiene.
Nicht unberücksichtigt sollte man die Wanderungen der Wildschweine zu den Maisfeldern lassen. Diese werden schnell erkennen, dass es keinen wohlschmeckenden Mais mehr auf den jeweiligen Feldern gibt. Dadurch könnten so manche Verkehrsunfälle vermieden werden.
Die Silphie blüht ab Anfang Juli, in einer Zeit, in der mittlerweile Blüten rar geworden sind.
Ökologisch von Vorteil ist zudem, dass die Silphie – anders als der Mais – ohne Unkrautvernichtungsmittel kultiviert wird, was den Landwirten außerdem Geld spart. Wirtschaftlich interessant ist auch, dass diese Pflanze nicht jährlich neu gesät werden muss. Das spart viele Stunden Arbeit und Maschinenzeiten. Und schließlich ist auch Kunstdünger ab dem zweiten Jahr nicht mehr vonnöten. Allein die Ausbringung des Gärrestes aus der Biogasanlage reicht aus, um die Nährstoffversorgung der Pflanzen sicherzustellen.
Mit einem Wort, dieses Feldprodukt ist kostenanschaffungssparend sowie auch arbeitseinsparend und luftverbessernd. Vor allem aber Bienenfreundlich.
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