06.06.2016, 12:03 Uhr

"Es geht um unsere Existenz"

KORNEUBURG. Schon die Abrissarbeiten der Gardena-Hallen hinterließ bei den Anrainern Spuren. "Für den Schaden von 5.000 Euro bietet mir die Hypo 1.000 Euro Entschädigung", ist Martina Mayerhofer, in deren Garten eine Mauer landete, empört. Die Anrainer fordern eine Haftungserklärung seitens der Hypo Niederösterreich.
"Der Bauwerber sowie Grundeigentümer ist die Stettnerweg Liegenschaftsentwicklung GmbH, nicht die Hypo NÖ. Daher kann die Hypo NÖ auch keine Haftungserklärung gegenüber den Anrainern geben. Selbstverständlich kommt – so wie bei jedem anderem Bauvorhaben auch – der Bauwerber für eventuell auftretende Schäden auf", erklärt Thomas Klemm im Namen des Grundstückseigentumers.

Erdbeben am Stettnerweg

Fünf Doppelhäuser, 96 Eigentumswohnungen, eine Kinderkrabbelstube sowie eine Tiefgarage will der Bauwerber auf dem 10.600 Quadratmeter großen Areal errichten. Dafür baut man elf Meter in die Höhe. Um in der Einfamilienhaussiedlung genügend Stellplätze zu bekommen, geht man in die Tiefe. Eine Garage soll 139 PKW Platz bieten.
Aber diese wollen die Anrainer mit allen Mittel verhindern. "Das Grundwasser ist hier nur zweieinhalb Metern Tiefe. Eine Veränderung der Gewässerströme könnte sich auf die Konsistenz des Bodens auswirken, was wiederum zu Setzungen der Häuser führt", erklärt Anwalt Herwig Ernst, der vier Parteien vertritt.

Erdbeben

Besonders fürchten die Anrainer das Einschlagen der Spundwände für die Parkgarage: "Da haben wir dreieinhalb Wochen Erdbeben am Stettnerweg."
Thomas Klemm versucht zu beruhigen, dass oft im innerstädtischen Bereich mit Spundwänden gearbeitet wird: "Zusätzlich wurde den Anrainern zugesagt, dass während der Spundwandarbeiten Schwingungsmessgeräte aufgestellt werden, um eventuelle Grenzwertüberschreitungen zu verhindern."

Instanzenweg

Gegen den erlassenen Baubescheid haben die Anrainer Einspruch erhoben. Jetzt wird das Projekt in der zweiten Bauinstanz – dem Stadtrat – behandelt. Martin Peterl, der für die SPÖ in dem Gremium sitzt, will den Anrainern seine Stimme leihen. "Versprechen kann ich nichts, aber wir wollen eine Plattform bieten." K. Seidl
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