06.04.2016, 09:31 Uhr

Glück und Horror auf zwei Rädern

Oliver Bartosch aus Stockerau fährt mit seinem einzigartigen Harley Davidson Custom Bike auch zur Arbeit.

Niederösterreich wird international zum Motorrad-Land. Lokal-augenschein auf den Biker-Routen im Bezirk.

BBEZIRK / STOCKERAU. Pünktlich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen auch die Motorradfahrer aus dem Winterschlaf. Aus der Bundeshauptstadt machen sich derzeit ganze Legionen von Bikern nach Niederösterreich auf, aber auch international werden wir immer mehr zum Land der „Gasradln".
Das deutsche Forum „Kurvenkönig.de“ schwärmt etwa: "Hier ist Motorradfahren fast wie Stricken. Links, rechts ja keine Kurve auslassen. Traumhafte Tourentage auf einsamen Landstraßen…“ Doch was für die einen Spaß und Freiheit bedeutet, bedeutet für Anrainer oft Lärm und Stress. Und für die Einsatzkräfte jede Menge Arbeit.


Unfallzahlen stabil


Zwar zeigen die Unfallzahlen mit Motorrädern seit 2010 ziemlich gleiche Werte, die aber nach wie vor erschreckend hoch sind. Statistisch ist eine bezirksweite Erfassung nicht möglich, doch die Zahlen für Niederösterreich sind sicher auch auf den Bezirk Korneuburg umzusetzen. So verloren alleine im Jahr 2014 in Niederösterreich bei 687 Unfällen 19 Biker ihr Leben und 707 wurden zum Teil schwer verletzt. Zu den beliebtesten und damit unfallgefährdetsten Strecken zählen im Bezirk die ab Wien führenden Touren zu den Leiser Bergen.
Besonders zum Saisonstart sind Biker gefährdet. Nicht nur durch die fehlende eigene Routine, auch die Autofahrer müssen sich jährlich aufs Neue an die Zweirädrigen gewöhnen. Und, auch wenn die Unfallzahlen seit einigen Jahren ziemlich gleich sind, es darf nicht vergessen werden, dass heute wesentlich mehr Motorradfahrer die Straßen frequentieren, der prozentuelle Anteil an Unfällen also definitiv geringer ist.

Die (letzte?) große Freiheit


Hirnloses Rasen ist megaout, Cruisen ist Top. Dieser Trend ist auch an der steigenden Zahl der Chopper erkennbar. "Einen großvolumigen Chopper zu fahren, das hat schon was von großer Freiheit", meint Harley-Fan Oliver Bartosch. "Und unsere Gegend bietet Bikern auch auf kurzen Distanzen ohne Raserei wunderbare Fahrerlebnisse."
Doch diese große Freiheit Nichtbikern nahezubringen ist fast unmöglich. "Das sind doch alles unsoziale Rocker", ein Vorurteil aus längst vergangenen Zeiten, geistert noch immer durch viele Gedanken. Und wenn im Stadtgebiet ordentlich am Gas gedreht wird, dann erschüttert brachialer Motorendonner auch so manchen Gutgesinnten.

Harleys nach Stockerau


Oliver Bartosch arbeitet zur Zeit daran, die legendäre "Harley Charity Tour" nach Stockerau zu bringen. Die Tour ist einer der bedeutendsten österreichischen Motorrad-Events. Hunderte Harley-Davidson Fahrer und Biker anderer Marken fahren jedes Jahr durch Österreich und sammeln Spenden für muskelkranke Kinder.
"Wenn alles glatt geht, machen am 11. Juni um die Mittagszeit rund 300 Biker in Stockerau Station", erklärt Oliver, "zu 80 Prozent ist der Stockerau-Event jetzt schon gesichert, Spenden werden in unserem Geschäft gerne entgegengenommen."
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