12.04.2016, 12:42 Uhr

'Vergabe sei politisch gefärbt'

Fühlen sich von der ÖVP-Mehrheit übergangen: Bildungsstadtrat Martin Peterl, Vizebürgermeister Thomas Pfaffl und Gemeinderat Hannes Minatti.

SPÖ-Bildungsstadtrat Martin Peterl fühlt sich bei Vergabe für schulische Tagesbetreuung übergangen.

STADT KORNEUBURG. Bildungsstadtrat Martin Peterl (SPÖ) leitet den Bildungsausschuss im Korneuburger Rathaus. Dass man ihn jetzt bei der Vergabe der schulischen Tagesbetreuung einfach übergehen will, stößt im sauer auf. "Die ÖVP hat sich für das Hilfswerk entschieden, obwohl dieses um rund 4.000 Euro pro Jahr teurer ist."
Dass das Hilfswerk ein perfekter Anbieter ist, will Peterl nicht in Frage stellen. Warum aber das günstigere Angebot der Volkshilfe nicht einmal genauer hinterfragt wurde, kann er nicht verstehen.

Nur noch Förderung


Im Dezember 2015 wurde der Vertrag mit dem Hilfswerk, das bis dahin die schulische Tagesbetreuung inne hatte, gekündigt. Grund dafür war das Wegfallen der Defizitabdeckung des Landes, das jetzt nur noch eine Förderung von maximal 9.000 Euro pro Gruppe und Schuljahr zuschießt. Jetzt muss ein neuer Vertrag mit einem Trägerverein geschlossen werden.

Zusatzkosten


"Die Ausschreibung ist eine Farce", meint Peterl. "Hilfswerk und Volkshilfe – beide sind große Partner. Warum wird, bei gleicher Qualität, das teurere Angebot des Hilfswerks bevorzugt?" Noch dazu, so Peterl, müsse die Gemeinde beim Hilfswerk-Angebot noch eine zusätzliche Betreuerin für die Essensausgabe sowie einen Mitarbeiter für den Transport des Essens bereitstellen.

"Das stimmt nicht"


"Das Hilfswerk war von Anfang an dabei", erklärt ÖVP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser. "Wir haben damals präventiv gekündigt, um neu verhandeln zu können." Und dass man den Ressortverantwortlichen Peterl bei der Vertragsverhandlung mit dem Hilfswerk übergangen habe, stimme so nicht. "Die Erstverhandlung hat der Bürgermeister persönlich geführt", erklärt Fuchs-Moser. "Bei der Vertragsausfertigung war Peterl dabei."

Bessere Bedingungen


Mit dem Hilfswerk habe bisher alles perfekt funktioniert, die Leiterin der Tagesbetreuung habe ausgezeichnet mit den Direktorinnen und Eltern zusammengearbeitet. "Und es war auch bisher schon ein Gemeindemitarbeiter bei der Essensausgabe dabei", erklärt Fuchs-Moser. Was die zusätzlichen Kosten für den Transport des Essens betrifft, erklärt die Vizebürgermeisterin: "Das hätte bisher auch zu 100 Prozent die Stadt finanzieren müssen, wurde aber vom Hilfswerk nie in Rechnung gestellt. Jetzt haben wir uns darauf geeinigt, dass die Gemeinde 50 Prozent der Kosten trägt."
Bei Schule und Eltern habe es, auf Grund der Kündigung, große Verunsicherung gegeben. "Jetzt sind alle sehr beruhigt, weil sie wissen, es wird auch weiterhin perfekt funktionieren."
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