12.04.2016, 22:02 Uhr

Systematisches Anpacken: Ein Abend für Khol

Gut gelaunt: Justizminister Brandstetter, Innenministerin Mikl-Leitner, LAbg. Ebner, Andreas Khol, Gattin Adelheid, Elisabeth & Erwin Pröll, Wolfgang Sobotka, Landesrätinen Bohuslav & Schwarz.
Grafenegg: Schloss Grafenegg |

Wo ÖVP draufsteht, ist Erwin Pröll drinnen, einmal mehr inszenierte der Landeshauptmann sich, seine Partei und anlassbedingt Andreas Khol. Im Finish der Bundespräsidentenwahl wird nochmals alles, was Rang und Namen hat mobilisiert, um das drohend Unmögliche doch noch zu einem Ende ohne Schrecken zu führen.

Die Entwicklung des Szenarios spielte Pröll perfekt in die Hände: Zunächst hieß es 700 Besucher, später dann 1.500. Letztendlich folgten 2.000 Gäste der Einladung zum ‚Abend für Khol’ ins Auditorium Grafenegg. Jene, die im Konzertsaal keinen Platz fanden, mussten die Veranstaltung mittels Live-Stream in der anliegenden Reitschule verfolgen. Auch wenn der hohe Andrang die Veranstalter zunächst überrumpelte, tat dies der Begeisterung keinen Abbruch. Folglich tat Erwin Pröll das, was er am besten kann: politisch versiert, begeisternd und mit unnachahmlicher Rhetorik pushte er die Anwesenden, forderte jeden auf, jetzt noch für Andreas Khol zu „laufen, laufen und nochmals laufen“. Denn: um einen unerfahrenen Piloten in der Hofburg zu verhindern, helfe persönlicher Kontakt und Mundpropaganda mehr als Flyer und Plakate. ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner legte nach, sprach von medial manipulierten Umfragewerten und den offensichtlichen Schwächen der anderen Kandidaten. Andreas Khol zeigte sich am Podium beeindruckt, ließ sich zu einem „so gut wahlkämpfen können die Tiroler nicht“ hinreißen, verwies nochmals auf die eigenen Stärken. Ehefrau Adelheid würde ihren Mann zwar gerne auf Staatsbesuchen begleiten, zöge es als Präsidentengattin jedoch vor, eine Plattform zu schaffen, wo Jung und Alt einander annähern und miteinander besser umgehen lernen könnten. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Justizminister Wolfgang Brandstetter rundeten die Podiumsgespräche mit Anekdoten rund um Andreas Khol ab.

Auf Statements zur jüngsten Personalrochade in der ÖVP wurde übrigens verzichtet. Vielleicht auch deshalb, weil die Angelobung Sobotkas bei Heinz Fischer auf Terminprobleme stößt. Auch wenn die Welt für die ÖVP in Niederösterreich zwar für einen Abend in Ordnung gewesen ist, steht das Barometer allerdings nach wie vor auf Sturmwarnung.

Johanna Mikl-Leitner: „Stolz auf meine Leistung"

Im Zuge der Veranstaltung trafen die Bezirksblätter Krems die Innenministerin zum Kurzinterview.
BB: Frau Ministerin, wie lange sind Sie noch im Amt?
Mikl-Leitner: Am 21.4. soll die Angelobung im Landtag sein, bis kurz davor bin ich Innenministerin.
BB: Mir ist aufgefallen, dass die Rochade zwischen Ihnen und Wolfgang Sobotka heute kein Thema war...
Mikl-Leitner: Das ist Respekt vor den Ämtern. Sobotka ist bis zu seiner Angelobung noch LH-Stellvertreter. Ich bin bis zum 21.4. Innenministerin und habe meine Verantwortung bis dahin zu tragen, was ich auch gern tue.
BB: Sie wirken hier sehr entspannt - ist eine Last von Ihren Schultern gefallen?
Mikl-Leitner: Jeder weiß, dass ich in einigen Tagen den wohl schwierigsten Job dieser Republik hinter mir und die schönste Aufgabe in Österreich vor mir habe. Ich war mit Herz Innenministerin, wir haben es zustande gebracht, dass die Sicherheitslinie des Ministeriums zur Linie der gesamten Bundesregierung geworden ist. Auf internationaler und europäischer Ebene wurde viel bewegt - darauf können wir stolz sein.
BB: Sie werden bald auf das Amt der Landeshauptfrau vorbereitet?
Mikl-Leitner: Ein Schritt nach dem anderen. Es ist Heimkehr und Aufbruch für mich - heim in mein Bundesland, wo ich aufgewachsen und großgeworden bin. Hier warten viele Herausforderungen auf mich.
BB: Was werden Sie für das Bundesland konkret tun?
Mikl-Leitner: Warten wir bitte einmal ab, auch aus Respekt gegenüber Wolfgang Sobotka. Ich möchte zur Zukunft erst nach der offiziellen Angelobung Stellung nehmen.
BB: Sie geben sich stets volksnah, gibt es Ängste, dass jemand angriffig werden könnte?
Mikl-Leitner: In den letzten Tagen hat ein Journalist geschrieben, dass ich eine leutselige, allürenarme Politikerin bin, die gerne in Kontakt mit Menschen ist. Meine Arbeitsweise ist bekannt - schnell bei der Sache, klar in der Entscheidung und sozial im Umgang. Das habe ich als Innenministerin so gehandhabt und werde ich auch als Landeshauptmann-Stellvertreterin so pflegen.
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Karl Maurer aus Krems | 14.04.2016 | 21:35   Melden
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Karl Maurer aus Krems | 14.04.2016 | 21:37   Melden
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