12.04.2016, 10:04 Uhr

"Demenz ist ein großes Fragezeichen"

Carmen Schwinghammer (PSZ), Nadine Dürnberger (Bereichsleiterin der mobilen psychatrischen Pflege), VAGET-GF Gertrud Geisler-Devich.

Starker Anstieg in den kommenden Jahren erwartet, Verein VAGET bietet mobile psychiatrische Betreuung an.

BEZIRK (mel). Rund 1500 Menschen im Bezirk Kufstein leiden an Demenzerkrankungen, hinzu kommen etwa 400 ältere Menschen mit Depressionen und weiteren psychiatrischen Erkrankungen. "Durch die immer älter werdende Bevölkerung ist in den nächsten Jahren ein deutlicher Anstieg zu erwarten", weiß Gertrud Geisler-Devich, Geschäftsführerin des Verbunds außerstationärer gerontopsychiatrischer Einrichtungen Tirols (VAGET).
Demenz hat viele Gesichter. Abseits des typischen "Alzheimers" gibt es unterschiedlich starke Ausprägungen oder auch schleichende Krankheitsverläufe, die sich über Jahrzehnte erstrecken. "Es ist immer noch nicht restlos geklärt, was die Ursachen für Demenz sind", so Geisler-Devich. Derzeit gehe man davon aus, dass ein ungesunder Lebensstil sowie psychische Erkrankungen, wie etwa Depressionen, die Entstehung von Demenz fördern. Dass diese Erkrankung nur Senioren betrifft, stimme so nicht mehr. "Immer häufiger trifft die Demenz auch jüngere Menschen ab 50 Jahren. Das sind neue Herausforderungen, die auf die Gesellschaft zukommen", erklärt Geisler-Devich.

Pflege im vertrauten Umfeld

Der Verein VAGET im Psychosozialen Zentrum in Wörgl (PSZ Wörgl) bietet mit der „mobilen psychiatrischen Pflege“ (MPP) Hilfe für ältere Menschen mit psychischen und neurologischen Erkrankungen wie Depression, Angsterkrankungen, Demenz, Abhängigkeit, Schizophrenie und andere psychotische Störungen in deren häuslichem Umfeld. "Ziel ist es, die Selbstständigkeit unserer Klienten bestmöglich zu erhalten", sagt Nadine Dürnberger, Bereichsleiterin der mobilen psychiatrischen Pflege.
Dabei werde im direkten Umfeld der Betroffenen gearbeitet und die Betreuung auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

100 Klienten im Unterland

Wesentliche Arbeitsschwerpunkte sind zudem die Aufklärung und Entlastung pflegender Angehöriger. "Gemeinsam mit dem Klienten vereinbaren wir Ziele, auf die wir hinarbeiten", so Dürnberger. Starke Zusammenarbeit besteht auch mit Sozialsprengel, Pflegern und Ärzten. Die insgesamt 17 Pflegepersonen an den VAGET-Standorten in Wörgl und St. Johann betreuen derzeit rund 100 Klienten. Voraussetzungen für die mobile psychiatrische Pflege sind eine Diagnose und ein Mindestalter von 60 Jahren. Die Kosten sind einkommens- und pflegegeldabhängig. „Als Spezialisten der Mobilen Psychiatrischen Pflege für Senioren ist VAGET ein wichtiger Eckpfeiler im breiten Angebotsspektrum des PSZ Wörgl. Klienten sind Personen ab dem 60. Lebensjahr“, sagt Carmen Schwinghammer, Sprecherin des Psychosozialen Zentrum Wörgl abschließend.
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