14.03.2016, 10:35 Uhr

Starkes Bier und starke Worte

Starkbieranstich in Kufstein – zum "Derblecken".

Kiwanis-Club Kufstein lud zu Starkbieranstich und Predigt des "Thierbergpaters" Gunther Hölbl in den Stadtsaal.

KUFSTEIN (nos). Die Festungsstädter Kiwanier luden am vergangenen Freitag, dem 11. März, wieder zum traditionellen Starkbieranstich in den Stadtsaal. "Ausverkauft" prangte schon zig Tage vorher von den Plakaten in und um Kufstein und so konnte sich der Service-Club über volle Ränge und satte Spendeneinnahmen freuen.

Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer stach mit dem Holzschlägel und sichtlicher Übung das hölzerne Auer-Bräu Bierfass an und kredenzte die ersten vollen Krüge auf der Bühne.
Den musikalischen Part übernahm in diesem Jahr die Schwoicher Gruppe „Grod Grecht“.

Höhepunkt war, wie jedes Jahr, die Brandrede von Gunther Hölbl, der als Thierbergpater, gestützt auf seinen Holzstab, das vergangene Jahr scharfzüngig Revue passieren ließ. Natürlich stand die Gemeinderatswahl im Mittelpunkt der Predigt, schon beim Einmarsch mit dem Weihrauchschwenker stellte Hölbl fest, "der Rach vaziagt si glei". Da es trotz zweier VP-Bundesminister nicht zu einem besseren Ergebnis langte, gab der Pater Hannes Rauch einen Tipp mit auf den Weg: Weitere Experten hätten vielleicht mehr beitragen können. Etwa Helmut Mader als Referent für leistbares Wohnen. Dass es für die VP so ausging, hatte für den Geistlichen einfache Gründe:

"Du weasd jo heid wega ois gstrofd: Schworz fohrn, schworz orbeitn, wos da donn woi passiert wennsd schworz wöhsd?"


Dafür gibt es nun einen Astrophysiker im Gemeinderat "der kümmert sich ums schwarze Loch".
Überhaupt gab es bei deser GR-Wahl "Kandidaten zum Saufuadan", stellte der Pater fest, "lei schod dass mas ned tu hom." Die "Qualitäten eines Chamäleons" sah er beim "idealisten" Simon Hermann Huber, der "immer dort ist, wo es für ihn grad ideal ist".
Der Erfolg von "Lausbua" Walter Thaler und der "blaun Truppn" sei "woi eha ned am Programm glegn". Die "rote Raritätenmannschaft aufzuteilen" war auch kein sichtlicher Erfolg, dafür hätte Hölbl "seinen Professor" Gessmann gerne im Gemeinderat gesehen, dank einiger Verhaltensweisen die Viele von ihm aus der Schule kannten – "wenn's Protokoll ned sche gschriem is, fliags aus'm Fensta". Nur dass er "kein Bürgermeister für Reich und Schön" sein wollte, irritierte den Redner:

"Wosn dann Herr Gessmann? Liawa für orm und schiach? Jo woitn Sie fia Wörgl kandidieren?"


Die Nachbarstadt sei ohnehin "wieder a Ausnahmesituation. Die Entscheidungen san ummasist, owa ned gratis."
Wer nun neben der "Edelburgerbude" der nächste "Hans im Glück" in Kufstein wird, rätstelte der Pater ebenso. Vielleicht der "herzensgute Vermieter" Höger, oder doch der Kulturquartiererrichter Bodner? Am ehesten wohl TVB-Chef "Ayurveda-Hans" mit seiner Kunst zu "intrigieren ... äh ... inte ... integrieren", so Hölbl.
Satte 45 Minuten lang teilte der Pater aus, einige Spitzen waren ziemlich aufgelegt, anderen trafen unerwartet gut und tief. Die Anwesenden nahmens mit der notwendigen Portion Humor. Nur einer fehlte dem Pater – wieder einmal – im Publikum: "Jo wo isa denn, muas der eppa an Baumorkt eröffnen?"
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