30.03.2016, 08:00 Uhr

Grabungsarbeiten: Wörgler Stadtwärme geht in Endphase

In der Karwoche fuhren in der Wörgler Bodensiedlung die Bagger auf, bis Mai werden die Arbeiten in diesem Bereich andauern.

Bauarbeiten im Bereich der Bodensiedlung und weitere kleinräumige Erschließungen im Wörgler Stadtgebiet runden das 18-Millionen-Euro-Projekt "Sorgloswärme" ab.

WÖRGL (mel). Nach den umfangreichen Grabungsarbeiten vergangenes Jahr an der Innsbrucker Straße wird es nun ruhiger in Wörgl: Die Leitungen für das Stadtwärmenetz sind großteils verlegt, heuer werden lediglich kleinere Grabungen in der Bodensiedlung sowie im Bereich Madersbacherweg und Anschlüsse im Stadtgebiet in Angriff genommen.
"Die neuralgischen Punkte sind erledigt, und obwohl die Arbeiten im Herzen der Stadt durchgeführt wurden, sind sie reibungslos und zeitgerecht verlaufen", resümiert Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Jennwein. Sperren oder größere Umleitungen wird es bei den heurigen Bauarbeiten keine mehr geben, lediglich die Anrainer in der Bodensiedlung sind von Einschränkungen betroffen. "Wir haben den Ablauf vorab wieder mit Stadtpolizei, Anrainern, Blaulichtorganisationen und Busunternehmen detailliert besprochen", so Jennewein.

Endspurt bis Herbst 2016

Mit den heurigen Arbeiten ist erste Phase des Großprojekts "Sorgloswärme" so gut wie abgeschlossen. Die im Jahr 2013 beschlossene Kooperation der Stadtwerke mit der Tirol Milch sieht eine Wärmeversorgung aus Abwärme der Tirol Milch vor – dazu wurden in den vergangenen zwei Jahren eine Energiezentrale am Betriebsgelände errichtet und Leitungen in Teilen des Stadtgebiets verlegt. Das Gesamtvolumen beträgt 18,36 Millionen Euro, Land und Bund fördern das klimafreundliche Vorhaben mit fünf Millionen Euro. Bis dato sind 15,71 Millionen verbaut, die restlichen 2,6 Millionen werden heuer verwendet. "Es wird keinen Cent Überschreitung geben", verspricht Jennewein.

Ein Viertel des Wörgler Wärmebedarfs gedeckt

Auch ist in Wörgl die Nachfrage nach sauberem Heizen ungebrochen: "Wir haben eine hohe Anschlussdichte und das Interesse in der Bevölkerung und bei den Firmen ist nach wie vor groß", freut sich Jennewein.
Die Kooperation mit der Tirol Milch kann mit 25.000 Megawattstunden ein Viertel des gesamten Wörgler Wärmebedarfs decken, mit Ende dieser Ausbauphase sind die Kapazitäten erreicht. "Das Heizen mit Abwärme bring uns unserem Ziel, bis 2025 energieautonom zu werden, einen großen Schritt näher. Wir werden in Zukunft versuchen, den Standort Tirol Milch weiter zu optimieren und weitere Abwärme-Ressourcen wie etwa aus der hauseigenen Kläranlage zu nutzen", verrät Jennewein.

Weiter Kooperationen derzeit auf Eis

Auch sind die Wörgler Stadtwerke bereits im Gespräch mit weiteren Betrieben wie den Eggerwerken und Holz Pfeifer. Hier ließe sich laut Jennwein ebenfalls mit Errichtung einer Energiezentrale Abwärme für saubere Heizenergie nutzen. Die Verhandlungen liegen aber aufgrund des niedrigen Ölpreises derzeit auf Eis. "Gas und Öl waren noch nie so billig, und wir brauchen für einen weiteren kostspieligen Ausbau genügend Abnehmer. Momentan sind weitere Projekte nicht umsetzbar, ich denke, in drei bis fünf Jahren könnte das wieder passen" erklärt Jennewein.


Weitere Infos zu den einzelnen Bauabschnitten und möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen gibt es bei den Wörgler Stadtwerken und online auf www.baustelleninfo.woergl.at

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