19.04.2016, 08:25 Uhr

"Inklusion kennt keine Grenzen"

Das Pädagogische Beratungszentrum für die Bildungsregion Kufstein ist in der neuen Bezirkshauptmannschaft untergebracht und wurde vergangene Woche eröffnet

Neue pädagogische Beratungsstelle mit Schwerpunkt Förderbedarf ersetzt die SPZ im Bezirk Kufstein.

BEZIRK (mel). Mit der Eröffnung des Pädagogischen Beratungszentrums (PBZ) in der Bezirkshauptmannschaft wurde vergangene Woche ein Meilenstein in der Bildungsregion Kufstein gesetzt. Die Beratungsstelle ersetzt ab sofort die an die Sonderschulen angeknüpften Sonderpädagogischen Zentren (SPZ).
"Das PBZ ist eine allgemein zugängliche, neutrale Stelle, an die sich sowohl Lehrer als auch Eltern wenden können", erklärt Bildungslandesrätin Beate Palfrader. Ziel sei es, den Inklusionsanteil in den Pflichtschulen zu erhöhen und professionelle Hilfestellung zu gewährleisten. Die vier Sonderschulen im Bezirk Kufstein gebe es aber weiterhin, betonte Palfrader.

Individuelle Unterstützung für Kind und Schule

Elf PBZ-Mitarbeiter kümmern sich um verschiedene Schwerpunkte, es wird auch direkt vor Ort in den Schulen geholfen. Landesschulinspektorin Ingrid Handle freut sich über die "Qualitätsoffensive mit Fokus auf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf". Die PBZ gibt es bereits in sechs Tiroler Bezirken, die Erfahrungen seien durchaus gut. "Die Beratungszentren helfen bei der Entscheidung, wo das Kind und die Schulklasse Unterstützung brauchen", so Horst Primoschitz, Leiter des PBZ Kufstein. Es herrsche weiterhin Wahlfreiheit, welche Schule das Kind besuche, aber "nicht jede Schule kann mit jeder Behinderung umgehen", weiß die Pflichtschulinspektorin Margarethe Egger. Daher solle mit eingehender Beratung für jeden Schüler die passende Ausbildungsstätte gefunden werden.
Zurzeit besuchen rund 7.500 Schüler die 64 Pflichtschulen im Bezirk Kufstein, davon 150 Sonderschüler in vier Sonderschulen. "Wir wollen die Zuversicht in den Regelschulen stärken, dass Inklusion gelingen kann", so Primoschitz.

Inklusion auch nach Pflichtschulen weiterführen

Der Inklusionsweg in Tirol sei ein schrittweiser, aber kontinuierlicher. Primoschitz dazu: In den letzten zwei Jahrzehnten ist viel passiert. Einige Kinder können Regelschulen besuchen, die vor 20 Jahren noch wo anders gelandet werden."
Eine Herausforderung für die Zukunft ist es, auch weiterführende Bildung für Jugendliche mit Förderbedarf zu ermöglichen. "Inklusion kann nicht nach der Pflichtschule beendet sein, hier gibt es noch Aufholbedarf", fordert Palfrader abschließend.


Pädagogisches Beratungszentrum Kufstein
Mag. Horst Primoschitz
6330 Kufstein, Bozner Platz 1-2 (Bezirkshauptmannschaft)
Telefon: 0650 8220348
Mail: pbz-kufstein@tsn.at



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