22.03.2016, 12:01 Uhr

Polizisten als Ersthelfer am Großglockner

Die Kufsteiner Tourenski-Gruppe eilte dem 39-Jährigen am Großglockner sofort zu Hilfe – rechts oben Alpinpolizist Dominik Gliber aus Kufstein. (Foto: Berger)

Zwei Tourengeher-Gruppen mit ausgebildeten Alpinpolizisten waren am Großglockner unterwegs. Sie beobachteten den 150-Meter-Absturz eines 39-Jährigen und eilten zu Hilfe.

BEZIRK LIENZ/KUFSTEIN/SCHWAZ (nos). Großes Glück im Unglück hatte am 21. März ein 39-jähriger Tourengeher, der mit einen befreundeten 27-Jährigen vom Lucknerhaus über den Stüdlgrat zum Gipfel des Großglockners aufstieg.
Beim Abstieg über die "Normalanstieg"-Route stürzte der 39-Jährige im Bereich des schneebedeckten „Glocknerleitl“ bei einer Querfahrt mit seinen Tourenschiern über einen etwa zehn Meter hohen Felsvorsprung und anschließend sich mehrfach überschlagend über steiles, schneebedecktes Gelände rund 100 bis 150 Meter weiter ab.

"Profis" als Ersthelfer zufällig vor Ort

Zeugen des Unfalles wurde durch Zufall eine Gruppe von Tourengehern, darunter der Landesleiter-Stellvertreter der Grubenwehr Tirol, Polizist Marc Berger, Kollege Matthias Luchner und Dominik Gliber, ein befreundeter Alpinpolizist aus Kufstein. Auch eine Gruppe niederösterreichischer Alpinpolizisten eilte zu Hilfe – sie befanden sich von 17. bis 25. März am Lucknerhaus in einem Ausbildungslehrgang speziell zum Thema Skitouren, wie GenMjr Norbert Zobl, Leiter des Alpindienstes in der Landespolizeidirektion Tirol, bestätigt.
"Wir verständigten per Notruf die Leitstelle Tirol und stiegen zum Verunfallten ab. Unsere Gruppe übernahm dann die Erstversorgung. Der Notarzthubschrauber 'Martin 4' wurde im Anschluss von uns eingewiesen und bei der Taubergung unterstützt", erzählt Berger, der gerade seine Ausbildung für den polizeilichen Alpindienst bestreitet und in seiner Freizeit auch in der Bergrettung aktiv ist.

"Speziell bei uns im Alpindienst, die wir primär für die Unfallaufnahme im Gebirge zuständig sind, ist das bei jeder Ausbildung ein großes Thema. Dementsprechend gut sind unsere Alpinpolizisten auch drauf, wenn es um Erste Hilfe oder die Unterstützung bei Rettung und Bergung geht."
GenMjr Norbert Zobl, Leiter Alpindienst LPD Tirol

Die Niederösterreicher, so Zobl weiter, haben während der Ausbildungseinheit bemerkt, dass die Kufsteiner Gruppe einen Verletzten versorgt und eilten zur Unterstützung.

Der 39-jährige Bergsportler wurde von der Besatzung des Notarzthubschraubers "Martin 4" wegen heftiger Windböen mittels Tau geborgen, am Zwischenlandeplatz am Lucknerhaus notfallmedizinisch versorgt und in weiterer Folge ins BKH Lienz geflogen. Dort wurden ein Bruch des rechten Unterarmes sowie etliche Abschürfungen und Prellungen festgestellt.
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