15.07.2016, 14:42 Uhr

Vandalen in Kufsteiner Dreifaltigkeitskirche

Pfarrer Thomas Bergner hält den abgebrochenen Fuß des "Schmerzensmannes" in der Hand. (Foto: Pfarre Kufstein/St. Vitus)
KUFSTEIN (nos). Als am Freitag, dem 15. Juli, die von Stadtbewohnern und Gästen gerne besuchte Dreifaltigkeitskirche geöffnet wurde, mussten die Betreuer feststellen, dass Unbekannte dort einen beträchtlichen Schaden angerichtet hatten. "Das dürfte im Laufe des gestrigen Nachmittags oder Abends geschehen sein", vermutet Kufsteins Stadtpfarrer Thomas Bergner, "es ist halt nicht immer jemand dort unten, um Nachschau zu halten."
Was am Freitagmorgen dann entdeckt wurde, stößt bei den Pfarrmitarbeitern auf großes Unverständnis. "Nicht nur, dass ausgelegtes Werbematerial und Kerzen in die Muttergottesgrotte geworfen wurden, der Schrecken war bei der Nachsicht in der Unterkirche noch viel grösser. Bankteile wurden herausgerissen, Kerzenwachs am Steinboden und über das dort angebrachte Kreuz vergossen und zu allem Überdruss dem Gekreuzigten die Zehen abgebrochen", schildert Manfred Kobald, Mitglied des Pfarrkirchenrat St. Vitus die Situation am Freitagvormittag. Die Polizei wurde verständigt, die Schäden angezeigt.
Da eine Verunreinigung der Krypta durch Bierdosen, Zigaretten und Kot bereits des öfteren erfolgt ist, sei "mit entsprechenden Gegenmaßnahmen zu rechnen", so Kobald. Vorerst bleibt die Krypta geschlossen.
"Wir haben auch bereits das Denkmalamt informiert und werden prüfen, ob wir im hinteren Bereich der Krypta ein Gitter oder eine Verglasung anbringen können", erklärt Stadtpfarrer Thomas Bergner auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER. "Wir werden aber sicherlich nicht zusperren und uns unterkriegen lassen, nur weil ein paar Leute so verrückte Sachen machen", meinte der Geistliche weiter.

Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1502 gestiftet und befindet sich am Pfarrplatz gegenüber der Stadtpfarrkirche St. Vitus. Die Kapelle in der Krypta ist auch Gottesdienstraum für die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde im Tiroler Unterland. Bergner versuchte bereits seinen Seelsorger-Kollegen, Pater Emanuel Dirlas, zu erreichen, um ihm die Hiobsbotschaft mitzuteilen.
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