24.04.2016, 15:30 Uhr

"Das geht nur dank der Förderung des Landes"

Georg Kitzbichler ist seit der Wahl am 28. Februar neuer Bürgermeister von Rettenschöss.

Georg Kitzbichler ist der neue Bürgermeister in Rettenschöss. Als Vizebürgermeister konnte er schon vorher die Geschicke der Kleingemeinde mitgestalten.

RETTENSCHÖSS (nos). Sein Übergang vom Stellvertreter zum Bürgermeister war fließend, meint der Gastronom und Schulbusfahrer. Schon in der letzten Legislaturperiode übernahm er viele Aufgaben für den nunmehrigen Altbürgermeister Helmut Oppacher. Dennoch war es eine Umstellung, "weil ich jetzt die Hauptverantwortung trage, aber ich habe schon die jüngsten Projekte in der Gemeinde betreut".
Eines dieser Projekte war, beziehungsweise ist, der Breitbandausbau im Planungsverband. "Die Internetanbindung war vorher eine Katastrophe, das habe ich auch im eigenen Betrieb schmerzlich zu spüren bekommen", erzählt Kitzbichler. Infrastrukturelle Aufgaben wie Kabel-, Kanal- oder Straßenbau und deren Betreuung und Instandhaltung sind gerade für Streusiedlungsgemeinden wie Rettenschöss eine Herkulesaufgabe. 476 Einwohner zählt der Ort, verteilt auf neun Siedlungen, Weiler und Rotten auf rund 16,3 Quadratkilometern Gemeindegebiet. Dementsprechend weit und kostspielig ist das Wegenetz, "das zu finanzieren geht nur mit Landesförderungen", weiß Kitzbichler. Gelder aus dem Gemeindeausgleichsfonds (GAF) sorgten beispielsweise auch für den Erhalt und Neubau der eigenen Volksschule und des Kindergartens, woran auch das Gemeindeamt angeschlossen ist. Dadurch wurde auch dafür gesorgt, dass die Abwanderung aus der Kleingemeinde gestoppt werden konnte, die zahl der Gemeindebürger wächst wieder:
"Wir werden wieder zügig mehr, die Abwanderung ist gestoppt. Es ziehen auch wieder junge Familien ins Dorf"

Um besonders die Jungen im Dorf zu halten, braucht es zukunftsträchtige Projekte. So steht als nächstes ab Ende April der Bau eines Gehsteigs vom Dorf zur Schule an, damit die Kinder nicht mehr am Straßenbankett laufen müssen. Auch drei Wohnbauprojekte, zwei davon im Dorfzentrum und eines an der Walchseestraße, sind derzeit in Arbeit.

Impulse für Wirtschaft und Gewerbe

Die Zahl an lokalen Wirtschaftstreibenden ist in Rettenschöss überschaubar. Neben Landwirtschaft und sanftem Tourismus gibt es einen Tischler, ein Erdbewegungsunternehmen, einen Kfz-Händler, Holzverarbeiter, Mechatroniker und – sehr zur Freude des Bürgermeisters – einen Nahversorger in der Gemeinde.
An der Walchseestraße bei Fuchsanger hätte die Gemeinde auch ein Gewerbegebiet zur Verfügung:
"Wir würden uns dort sehr über Interessenten freuen, die sich dort ansiedeln wollen."


Wachstum und Infrastruktur

Der Rettenschösser Gemeinderat setzt sich nach Kitzbichlers Ansicht aus einer gesunden Mischung zusammen. So sorgen fünf neue, motivierte Gemeinderäte für frischen Wind, andere bringen bis zu 30 Jahre Erfahrung in der Gemeindepolitik mit.
In den kommenden sechs Jahren bis zur nächsten Wahl hat Rettenschöss einiges vor sich: die Bevölkerungszahl soll weiter wachsen, ebenso das Gewerbegebiet. Gehsteigbau und Straßensanierungen stehen ebenso an, wie die Gestaltung des Dorfplatzes. Zudem braucht die Gemeinde einen neuen Recyclinghof, der den heutigen Anforderungen entspricht. Eine Kooperation mit einer Nachbargemeinde wie Niederndorferberg oder Walchsee wäre zwar wünschenswert, aber aufgrund der geografischen Besonderheiten der Streusiedlung Rettenschöss schwierig:
"Wir brauchen einen eigenen Recyclinghof. Nach Walchsee oder Niederndorferberg wäre für viele unserer Bürger der Weg sonst zu weit. Das sind leicht jeweils rund sechs bis sieben Kilometer."
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