Zwei Drittel der Frauen im Bezirk Kufstein sind erwerbstätig

Landesrätin Christine Baur zeichnet in Tirol für Frauen und Soziales verantwortlich.
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BEZIRK KUFSTEIN. „Das Geschlecht ist immer noch maßgeblich für die Lebenssituation der Menschen in Tirol bestimmend“, zeigt Landesrätin Christine Baur (Grüne) auf. Das stellt der Tiroler Gleichstellungsbericht unter Beweis, der nun auch regional ausgewertet wurde. Denn nicht nur das Geschlecht prägt die Lebensumstände der Tiroler, auch die regionale Herkunft und der Wohnort sind neben Bildung, sozialer, kultureller oder religiöser Zugehörigkeit sowie den jeweiligen Familienformen für die individuelle Lebenssituation ausschlaggebend. „Der Wohnort hat einen großen Einfluss auf die Lebenssituation von Frauen“, weiß LRin Baur. Meist seien es daher die gut ausgebildeten jungen Frauen, die als erste aus dem ländlichen Raum in die Städte auswandern.

Obwohl die Tiroler Landesregierung bereits eine Vielzahl an ressortübergreifenden Maßnahmen in Hinblick auf Chancengleichheit und Gleichstellung fördert, geht aus dem Bericht hervor, dass noch Handlungsbedarf besteht. „Die Ergebnisse des Gleichstellungsberichts sind eine wichtige Grundlage für die Formulierung von politischen Gleichstellungszielen. Durch die regionale Auswertung können treffsichere Maßnahmen gesetzt werden“, betont LRin Baur.

Das Bezirksergebnis für Kufstein

Betrachtet man die Branchenstruktur, so zeigt sich eindrücklich die Position Kufsteins als Industriebezirk: Insgesamt sind 22 Prozent der Erwerbstätigen in der Güterproduktion tätig. Dabei sind in dieser männerdominierten Branche auch Frauen stärker tätig, als dies für andere Tiroler Bezirke zutrifft. 15 Prozent der weiblichen Beschäftigten in Kufstein arbeiten in der Produktion. Dieser hohe Anteil von Frauen in einer männerdominierten Branche unterscheidet den Bezirk beispielsweise von Reutte, wo der Produktionssektor ebenfalls stark vertreten ist (mit 24 Prozent), der Prozentsatz an Frauen in dieser Branche jedoch niedriger ist (11 Prozent).

Die Erwerbsquote von Frauen liegt mit 66 Prozent etwas über dem Durchschnitt. Auch Frauen, die maximal einen Pflichtschulabschluss aufweisen, profitieren von dem Angebot an Arbeitsplätzen, wie eine überdurchschnittliche Erwerbsquote von 49 Prozent zeigt. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit geringfügig niedriger als in Tirol.
Obwohl Kufstein insgesamt überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten aufweist, profitieren davon allerdings Frauen weit weniger als Männer. Sowohl der nicht bereinigte Einkommensunterschied (39 Prozent!) als auch der arbeitszeitbereinigte Gender Pay Gap (22,8 Prozent) liegen über den Werten für Gesamttirol.

Zweithöchster Anteil bei Kleinkinderbetreuung (0-2 Jahre)

Neben dem Angebot an Arbeitsplätzen wirkt sich auch die Betreuungsinfrastruktur günstig auf die Erwerbsituation von Frauen in Kufstein aus: 27 Prozent der Null- bis Zweijährigen werden institutionell betreut, was den zweithöchsten Anteil in Tirol (nach Innsbruck-Stadt) darstellt. Was die Betreuungsquote der Drei- bis Fünfjährigen betrifft, liegt Kufstein mit 95 Prozent im Tiroler Durchschnitt. Die Situation ändert sich jedoch deutlich, wenn die älteren Kinder betrachtet werden. Mit nur drei Prozent weist der Bezirk die niedrigste institutionelle Betreuungsquote für Kinder im Volksschulalter auf.

Der Gleichstellungsbericht samt Regionalanalyse kann im Fachbereich Frauen kostenlos unter 0512-508 3581 oder juff.frauen@tirol.gv.at bestellt werden und steht im Internet unter www.tirol.gv.at/frauen zum Download bereit.

Landesrätin Christine Baur zeichnet in Tirol für Frauen und Soziales verantwortlich.
Daten des Landes Tirol aus dem aktuellen Gleichstellungsbericht, der Bezirk Kufstein ist grau hervorgehoben. (Screenshot von tirol.gv.at)
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