20.04.2016, 07:40 Uhr

Wildschönau steht vor zwei Mega-Projekten

Der neue Wildschönauer Ortschef Hannes Eder will in der kommenden Periode zwei Mega-Projekte umsetzen.

Sowohl Schulzentrum als auch Gemeindeamt gehören renoviert, Kassenärzte werden weiterhin gesucht.

WILDSCHÖNAU (mel). Gar nicht so einfach hat es der neue Bürgermeister Hannes Eder in der Wildschönau: Zwei Millionenprojekte stehen in der kommenden Periode an, und die medizinische Versorgung im Hochtal ist immer noch nicht zur vollen Zufriedenheit gesichert.

Baldige Entscheidung gefordert

Da das alte, nicht barrierefreie Gemeindeamt schon längers sanierungsbedürftig ist und überdies noch Raumnot herrscht, muss in den nächsten Jahren etwas geschehen. Zur Debatte stehen der jetzige Standort oder das ehemalige Postgebäude. "Eine Umfrage in der Bevölkerung hat ergeben, dass drei Viertel der Wildschönauer den jetzigen Standort bevorzugen", so Eder. Dieser sei jedoch denkmalgeschützt, hier müsse man Renovierungsarbeiten in enger Abstimmung mit den Behörden vornehmen.
Geplant wären im "Gemeindeamt neu" zudem Wohnungen sowie Räumlichkeiten für eine Arztpraxis. "Nach ersten Schätzungen wird das Projekt an die vier Millionen Euro kosten. Derzeit prüfen wir noch den Poststandort, um die beiden Varianten miteinander vergleichen zu können", erklärt Eder.

Schrittweise zum Schulzentrum

Dringender Handlungsbedarf herrscht auch beim Schulzentrum in der Oberau: Die Gemeinde strebt hier einen Neubau der Neuen Mittelschule, Volksschule und Kleinkindbetreuung an. Am wichtigsten sei jedoch der Kindergarten: "16 Kinder stehen bereits für kommendes Schuljahr auf der Warteliste, hier gehört schnellstmöglich gehandelt", so der Bürgermeister.
Derzeit eruiere man die Möglichkeiten, schlimmstenfalls müsse einstweilen eine Containerlösung herhalten. Der neue Schulkomplex mit Kinderkrippe, Kindergarten, Volksschule und Neuer Mittelschule wird ersten Plänen zufolge ebenfalls über vier Millionen Euro kosten. "Die Umsetzung erfolgt dann schrittweise", sagt Eder.

Kassenärzte werden weiterhin gesucht

Nachdem sich nun zwei Wahlärzte und eine Apotheke in der Wildschönau niedergelassen haben, ist die medizinische Versorgung im Hochtal wieder gewährleistet. Hier sei aber das Abrechnungssystem äußerst kompliziert: "Die Patienten müssen das Wahlarzthonorar mit der Kasse abrechnen, außerdem gibt es noch einen Zuschuss von der Gemeinde", erklärt Eder. Mit neuen Räumlichkeiten im neuen Gemeindeamt wolle man zusätzlichen Kassenärzten einen "Starterbonus" bieten.

Asylwerber gut aufgenommen, mehr Busstops gefordert

Seit Anfang des Jahres sind 29 Asylwerber (sechs Familien) in Melkstatt (Ortsteil Auffach) untergebracht. "Es gibt großes Engagement seitens der Bevölkerung, speziell für Deutschkurse finden sich viele Freiwillige. Leider ist der Standort nicht optimal, da die Unterkunft recht weit hinten im Tal liegt. Momentan fährt nur zwei Mal pro Tag der Bus nach Melkstatt, hier sind wir im Gespräch, um weitere Busverbindungen zu schaffen", erklärt Eder.

Elf von 17 Gemeinderäten sind neu

Nachdem der bisherige Bürgermeister Rainer Silberberger nicht mehr kandidierte, konnte sich der 33-jährige Landwirt Hannes Eder in der Gemeinderatswahl gegen zwei Kontrahenten durchsetzen. Seine Liste hält sieben von 17 Mandaten, zum Vizebürgermeister wurde Norbert Moser gewählt. Elf der 17 Mandatare sind neu im Gemeinderat. Eder bezeichnet die Stimmung in den Gremien als "gut und sehr motiviert". In der kommenden Periode will Eder auch die Bereiche Kommunikation und Information, Raumordnung sowie günstigeres Wohnen in Angriff nehmen.


Hier geht es zum dazugehörigen Kommentar: "Feuertaufe für den Neuen im Hochtal"
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