30.07.2016, 09:00 Uhr

Ausbildung für einen Start in ein neues Leben

Georg Kaltschmid mit den Flüchtlingen in der Küche seines Hotels (Foto: Eberharter)

Von Brigitte Eberharter

WALCHSEE (be). Junge Flüchtlinge rasch in eine Ausbildung zu bringen, das ist das Bestreben der Wirtschaftskammer Kufstein und der Leaderregion Kufstein, Untere Schranne, Kaiserwinkl (KUUSK). Kürzlich konnten die angehenden Lehrlinge zwei Betriebe in Walchsee besuchen.

Breitgefächerte Ausbildung

Der Hotelier Georg Kaltschmid ist selbst Funktionär in der Wirtschaftskammer und bemüht sich von Anfang an um die Integration von Flüchtlingen. Die jungen Leute absolvieren derzeit eine Sprachausbildung bzw. eine allgemeine Ausbildung beim Wifi Kufstein, um dann den Anforderungen in den Betrieben und in der Berufsschule gerecht zu werden.

Großes Interesse

„Die jungen Leute zeigten sich sehr interessiert. Sie wissen, wie wichtig das Lernen für sie ist und dass dies ein guter Anfang für ihr Leben sein kann“, sagt Kaltschmid. Er gab den Burschen aber auch zu verstehen, dass es unumgänglich ist, die Kultur des Gastlandes als auch jene des Gastes zu akzeptieren. Auch die Tatsache, dass eine Frau die Vorgesetzte sein kann, wurde klar angesprochen. Nach einer Führung durch das Green-Hotel Walchseerhof und viele Fragen zur Arbeitszeit und den Bedingungen, gingen die Jugendlichen, welche von Verena Weiler und Christine Eberl von der WK Kufstein, von Melanie Steinbacher von der KUUSK und zwei Vertreterinnen der Tiroler Sozialen Dienste an diesem Tag begleitet wurden, zur Bäckerei Loder, ebenfalls in Walchsee. Hannes Loder schilderte das Berufsbild des Bäckers und die Zukunftsaussichten und die Burschen zeigten sich optimistisch, dass es für sie Arbeit und eine Chance geben wird.

Lösung in Taten finden

„So wie diese Flüchtlinge erkannt haben, dass das Arbeiten bei uns anders abläuft als in deren Herkunftsländern, braucht es aber auch sensible Lehrherren“, sagt Georg Kaltschmid. Diese müssen mehr Verantwortung für die Lehrlinge übernehmen, da die Jugendlichen zum Teil ohne Familie im Land sind. Auch in der Zwischensaison kann man diese jungen Menschen nicht einfach wegschicken, es muss also auch für diese Zeit eine Lösung gefunden werden. Kaltschmid beteuerte, dass er sofort einen Küchenlehrling aufnehmen würde und er ist überzeugt davon, dass dies auch in anderen Gastronomiebetrieben der Fall ist, da manche händeringend nach Mitarbeitern suchen.

Schnuppern

Im September kommen jedenfalls drei dieser Jugendlichen zum Schnuppern nach Walchsee. Dabei schätzen sie nicht nur die in Aussicht gestellten Lehrstellen sondern auch die landschaftliche Schönheit der Region.
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