09.08.2016, 10:36 Uhr

WE verwendet als erster gemeinnütziger Tiroler Bauträger "BIM"

3D-Visualisierung des Wörgler WE-Projekts. (Foto: Riederbau)

"Building Information Modeling" ermöglicht zeitgleiches Arbeiten am digitalen Gebäudemodell über die "Cloud".

WÖRGL. "Wohnungseigentum" (WE), größter privater gemeinnütziger Bauträger in Tirol, hat sich beim Projekt „Weilerhaus“ in Wörgl für die "BIM"-Methode entschieden. Das Architekturbüro "Architekturhalle ZT-GmbH", das Gebäudetechnik-Planungsbüro "HFP GmbH" und der Generalunternehmer "Riederbau" arbeiten bereits mit dieser modellorientierten Methode.

"BIM" – ein umfassendes Modell

Der digitale Wandel macht auch vor der Tiroler Bauwirtschaft nicht halt. Die Planungsmethode der Zukunft ist "BIM": "Building Information Modeling". Diese Methode ermöglicht das integrale und zeitgleiche Arbeiten an einem digitalen Gebäudemodell, das heißt Architekt, Statiker und Gebäudetechniker arbeiten parallel am selben Datenmodell, das in der Regel in der "Cloud" gespeichert ist. Das ermöglicht nicht nur effizienteres Arbeiten, sondern hilft auch Fehler zu vermeiden.
In Zukunft sollen diese digitalen Modelle auch den Bauablauf unterstützen. Damit kann etwa der Polier für seine Betonbestellungen die Mengen aus dem Modell entnehmen und muss diese nicht mehr händisch berechnen. Auch für andere Ausbauhandwerker wie Installateur und Elektriker kann das Modell von Nutzen sein, wenn die Hauptführungen von Leitungen und Kabelsträngen exakt dreidimensional abgebildet sind. Sollte das Gebäude professionell mit einem Facility Management System betreut werden, kann das digitale Gebäudemodell als Basis für den Aufbau dienen und zu wartende Gebäudeteile können optimal visuell dargestellt werden.

Dazu Anton Rieder von "Riederbau": „Wir setzen BIM bereits seit einigen Jahren im Unternehmen ein und können von spürbaren Vorteilen bei Planungseffizienz und -qualität berichten. Die Methode ist jedoch neu in Mitteleuropa und muss selbstverständlich noch weiterentwickelt werden. Beim Projekt 'Weiler-Häuser' haben wir zum ersten Mal mit einem 'BIM'-Modell eines externen Architekturbüros zusammengearbeitet. Datentechnisch war dies problemlos, da wir dieselbe Software einsetzen und das Modell in unserer Riederbau-Cloud gespeichert wurde. Neben der Technik ist es aber notwendig, dass es zu einem Paradigmenwechsel am Bau kommt. Diese neue Art zu arbeiten braucht ein kooperative Kultur der Zusammenarbeit und Teambildung. 'Wohnungseigentum' war sehr offen gegenüber BIM und daher ein geeigneter Kooperationspartner“.

Architekt Raimund Wulz: „Bereits im Jahr 2009 haben wir das CAD-Programm in der Architekturhalle dahingehend ausgetauscht, dass sämtliche Projekte von uns dreidimensional gezeichnet werden und somit BIM-tauglich und kompatibel für die dazugehörigen Subplaner sind. Somit war es für unser gemeinsames Projekt selbstverständlich, zusammen mit den Fachplanern in einem dreidimensionalen, virtuellen Gebäude zu arbeiten. Ich denke, dass dies in der Zukunft integraler Bestandteil in der gemeinsamen Planung werden wird“.

WE-Geschäftsführer Walter Soier betont: „Die WE freut sich, erstmals in Tirol das BIM-Modell einzusetzen. Diese Technologie ist für uns als einer der führenden Bauträger im Neubau zukunftsweisend. Auch im Bereich der Hausverwaltung ergeben sich wertvolle Synergieeffekte und lassen mehr Effizienz erwarten. Gerne nehmen wir diese Herausforderung an, letztlich im Sinne unserer Kunden“.
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