21.04.2016, 20:57 Uhr

Bischof Zsifkovics verweigert Grenzzaun auf Kirchengrund

Für Bischof Zsifkovics sind neue Zäune keine Lösung des Flüchtlingsproblems. (Foto: kathpress)

Eisenstädter Diözesanbischof kann „aus Gewissensgründen nicht zustimmen.“

MOSCHENDORF/EISENSTADT (uch). Der in Moschendorf geplante Grenzzaun wird nicht lückenlos sein. Burgenlands Oberhirte Ägidius Zsifkovics erteilte dem Wunsch, auf kirchlichem Grund einen Zaun zu errichten, eine klare Absage.

„Widerspricht dem Geist des Evangeliums“

Eine solche Maßnahme „widerspräche dem Geist des Evangeliums, der klaren Botschaft von Papst Franziskus an Europa und im Besonderen einer Diözese, die jahrzehntelang im Schatten des Eisernen Vorhangs existierte und in den vergangenen Monaten keine Anstrengungen gescheut hat, um Menschen auf der Flucht die Türe zu öffnen, ihnen ein Dach über dem Kopf, Würde und Herzenswärme zu geben" heißt es einem an die Landespolizeidirektion und Pfarre ergangenen Schreiben.
Bischof Zsifkovics ist sich der schwierigen Lage und der Verantwortung des Staates bewusst, „kann aber aus Gewissensgründen nicht zustimmen.“


Zustimmung für Container

Zustimmung gab es hingegen für die vorübergehenden Aufstellung eines Containers auf Kirchengrund zur Unterbringung der mit Agenden der Grenzkontrolle betrauten Beamten.

Grünen-Chefin erfreut

Erfreut über die kirchliche Absage zur Errichtung eines Grenzzauns zeigen sich Burgenlands Grüne. „Als Christin bin ich Bischof Ägidius dankbar, dass er so klar Stellung bezieht und konkret Widerstand gegen unmenschliche Entscheidungen leistet“, meinte Grünen-Chefin Regina Petrik in einer Aussendung.
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