22.04.2016, 07:37 Uhr

Tempo 30 vor burgenländischen Schulen

Das Tempo zu reduzieren, bedeutet Kinderleben zu retten

Jahr für Jahr verunfallen auf Burgenlands Straßen durchschnittlich 60 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren, ein Fünftel von ihnen auf dem Schulweg. Gerade beim Schulstart steigt insbesondere für Schulneulinge das Risiko für einen Unfall. „Kinder sehen, hören, fühlen anders als Erwachsene, und sie reagieren impulsiver, deswegen kann man ihr Verhalten schlecht einschätzen. Viele Lenker unterschätzen auch den Anhalteweg. Jedes km/h mehr erhöht das Unfallrisiko drastisch“, weiß DI Sabine Kaulich vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).

Flächendeckend

Tempo 30 vor Schulen sei deshalb nicht nur sinnvoll, sondern lebensrettend. Die Aktion des KFV wird in enger Kooperation mit den Schulen und Gemeinden durchgeführt. Bereits 300 Schulen österreichweit haben die Aktion umgesetzt, weitere 600 sind dabei, sie umzusetzen. Nun soll „Tempo 30 vor Schulen“ auch im Burgenland möglichst flächendeckend eingeführt werden.

Einfache bauliche Maßnahmen

Die Aktion sieht die Anbringung von Schulpiktogrammen, die Aufstellung von durch die Schüler selbstgestalteten Tafeln und die Aufbringung straßenseitiger Bodenmarkierungen durch die Gemeinde, sogenannter „Haifischzähne“, vor. „Einfache bauliche und gestalterische Maßnahmen können große Wirkung entfalten“, so Kaulich.


Wichtige Sicherheitstipps für Schulkinder

• Besondere Vorsicht bei Querungen: Autolenker halten sich nicht immer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit.
• Unbedingt Zebrastreifen zur Querung von Straßen nutzen. Vor der Querung: Nach beiden Seiten schauen und erst losgehen, wenn die Fahrbahn frei ist oder alle Autofahrer angehalten haben.
• Die Zebrastreifen zügig queren, nicht laufen - Sturzgefahr!
• Bei der Bushaltestelle immer ausreichend Abstand zum ankommenden Bus halten. Warten, bis der Bus steht und erst dann zur Einstiegsstelle gehen.


Sicherheitstipps für die Eltern und Autolenker

• Allen, die im Umfeld von Schulen und Kindergärten unterwegs sind, muss klar sein: Weg vom Gas, Augen auf, um Fehler der Kinder noch ausgleichen zu können. Kinder reagieren spontan und ohne realistisches Gespür für Gefahren. Deshalb sind Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen.
• Eltern, die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder abholen: bitte auf zu Fuß gehende Kinder und auf die Geschwindigkeit achten!
• Nicht direkt vor der Schule verkehrsbehindernd halten. Reversieren am schmalen Schulvorplatz gefährdet Kinder.
• Bitte auch die Haltemöglichkeiten abseits der Schule nützen. Es dient Gesundheit und Sicherheit, Kinder ein kurzes Stück zur Schule zu begleiten oder sie zu Fuß gehen zu lassen.

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