03.07.2016, 13:59 Uhr

„Integration muss ab dem ersten Tag beginnen“

Sanya Neinawaie trat ihren Dienst als Integrationsbeauftragte an. (Foto: LMS)

Die 30-jährige Sanya Neinawaie ist neue Integrationsbeauftagte des Burgenlandes.

EISENSTADT (uch). Angekündigt wurde sie bereits vor einigen Wochen. Nun wurde die neue Integrationsbeauftragte des Landes offiziell von Soziallandesrat Norbert Darabos vorgestellt.

Migrationshintergrund

Sie heißt Sanya Neinawaie und hat Migrationshintergrund. Ihre Eltern stammen aus dem Iran. Sie selbst ist österreichische Staatsbürgerin, hier geboren und hat sowohl die österreichische als auch die persische Volksschule besucht. Seit vergangenen Herbst ist die 30-jährige Neinawaie im Amt der Burgenländischen Landesregierung im Bereich der Grundversorgung tätig.

Integrationsleitbild

Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Entwicklung eines Integrationsleitbildes sowie in Koordination mit NGOs, AMS und VHS eine Bestandsaufnahme, welche ethnischen Gruppen und Sprachen es im Burgenland gibt und welche Projekte bereits umgesetzt wurden.

Wichtig: deutsche Sprache

Außerdem soll sie die Gemeinden in Fragen der Integration unterstützen. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt das Erlernen der deutschen Sprache, „damit die Menschen als vollständiges Mitglied integriert sind“, so Neinawaie, die mit Darabos einig ist, dass „Integration ab dem ersten Tag beginnen muss.“

Wertekurse „zumutbar“

Das Burgenland war auch das erste Bundesland, dass verpflichtende Werte- und Orientierungskurse anbietet. Ein Kurs dauert acht Stunden. „Das ist jedem zumutbar“, so Darabos, der vor allem „Missverständnisse“ ortet, wenn es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau geht. „Ich habe von Fällen gehört, in denen sich Männer im Spital nicht von Frauen behandeln ließen. Das ist nicht hinzunehmen“, sagt Darabos.

Mindestsicherung neu

Mit einer Entscheidung in den kommenden Monaten rechnet Darabos im Bereich der Mindestsicherung. So soll ein Teil der Leistungen – etwa im Wohnbereich – durch Sachleistungen abgedeckt werden. Darabos muss zwar zugeben, dass man sich dadurch nicht viel erspart, aber es um ein „Signal an die Bevölkerung“ geht – durchaus mit politischem Kalkül. „Ich bin nämlich nicht dafür, den Freiheitlichen die Wähler auf dem Tablett zu servieren“, so Darabos.

Kommentar von Chefredakteur Christian Uchann
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