14.07.2016, 16:44 Uhr

„Sie legen mir nicht getätigte Aussagen in den Mund“

AMS-Vorstand Johannes Kopf weist die Kritik von AK-Präsidenten Alfred Schreiner zurück. (Foto: AMS / Spiola)

AMS-Vorstand Kopf antwortet auf die Kritik von AK-Präsident Schreiner

WIEN/EISENSTADT (uch). Als „ein Schlag ins Gesicht jedes Arbeitslosen im Burgenland“ bezeichnete AK-Präsident Alfred Schreiner in einem offenen Brief die Aussagen von AMS-Vorstand Johannes Kopf zum burgenländischen Arbeitsmarkt
Schreiner kritisierte unter anderem, dass Kopf den Burgenländern mangelnde Mobilität vorwerfe und ihnen die Schuld an der Arbeitsmarktentwicklung zuschiebe.

„Kritik nicht nachvollziehbar“

Nun antwortete der AMS-Vorstand – ebenfalls in einem Brief – auf die vorgebrachte Kritik, die er nicht nachvollziehen könne. „Sie legen mir nicht getätigte Aussagen in den Mund, um diese dann anschließend kritisieren zu können“, meint Kopf einleitend und verweist auf Medienberichten, in den er unter anderem folgendermaßen zitiert wird: „Damit Inländer zum Zug kommen, müssen sie entsprechend qualifiziert sein und mitunter bereit sein, längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Wobei es manchmal in ländlichen Regionen auch an der mangelnden Infrastruktur scheitere.“
Ein weiteres Zitat zur Qualifizierung: „Überspitzt formuliert verdrängt der besser qualifizierte Ungar den schon früher Zugezogenen aus Ex-Jugoslawien.“

Infos zur Qualifikationsstruktur

Kopf untermauert seine Aussagen in dem Brief an Schreiner mit Infos über die Qualifikationsstruktur im vergangen Jahr. Demnach verlangten im Durchschnitt 74,3 Prozent der dem AMS Burgenland gemeldeten offenen Stellen Lehrabschluss oder höher. Dem gegenüber wiesen aber nur 63,6 Prozent der Personen ein solches Ausbildungsniveau auf.


EU-10 Staatsbürger höher qualifiziert als Inländer

Weiters verweist Kopf auf den Mikrozensus der Statistik Austria aus dem Jahr 2015, der generell eine höhere Qualifikation der EU-10 Beschäftigten (aus den neuen Mitgliedsländern, Anm. d. Red.) in Österreich als die der Inländer zeigt.

Auch AK fordert Höherqualifizierung

Der AMS-Vorstand erinnert Schreiner außerdem daran, dass auch die Arbeiterkammer eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und mehr Mittel für die Qualifizierung der arbeitslosen Menschen fordert.
Kopf: „Ich bin sicher, dass auch Sie mit Ihren Forderungen nach einer verbesserten Mobilität und Höherqualifizierung, nicht den Burgenländerinnen und Burgenländern Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit zuweisen wollten. Bitte unterstellen Sie mir dies auch nicht.“

Hier der Brief des AMS-Vorstands zum Nachlesen
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