13.05.2016, 10:33 Uhr

AK Studie: Nachhilfe kostet Kärntner Eltern 690 Euro pro Schulkind

Von 64.000 Schülern benötigen insgesamt 14.000 Schulkinder einen Nachhilfeunterricht (Foto: Henry Klingberg / pixelio.de)

6,1 Millionen Euro geben Kärntner Eltern im laufe eines Schuljahres für Nachhilfe aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der AK Kärnten in Auftrag gegebene IFES-Studie.

Die Studie wurde seit 2010 erstmals nicht pro Haushalt, sondern auf Basis der Schüler durchgeführt. 64.000 Schüler von insgesamt 14.000 Schulkindern benötigen einen Nachhilfeunterricht zeigt die Erhebung. Rund 11.000 haben tatsächlich externe Nachhilfe in Anspruch genommen. Die Kosten bleiben im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren unverändert. Rund 690 Euro geben Eltern für private Nachhilfe aus. Knapp darüber liegen die bundesweiten Ausgaben mit 720 Euro. Für Kärntner Eltern belaufen sich die Gesamtkosten auf 6,1 Millionen Euro.

Hohe finanzielle Belastung

Bei geringem Haushaltseinkommen ist Nachhilfe mit hohen Kosten verbunden. Familien mit finanziell begrenzten Ressourcen stoßen oftmals auf ihre Grenzen, sofern die gewünschte Nachhilfe überhaupt leistbar ist. „Vielen Menschen muss die Chance zur Bildung gegeben werden, die es sich sonst nicht leisten können“, so AK-Präsident Günther Goach.

Lernaufsicht - Stress - Frustration

Eine Schule mit regelmäßigen Förderunterricht besuchen ca. 36 Prozent der Kärntner Schüler. Drei von zehn Schüler benötigen dennoch fast täglich eine elterliche "Lernaufsicht". Bei rund 25 Prozent der Eltern verursacht das Lernen zuhause Stress. Da Schulaufgaben oftmals innerhalb der Familie erledigt werden müssen ist Frustration eine weitere Nebenerscheinung.

Mathematik an erster Stelle

Die größte Unterstützung brauchen Schüler bei Mathematik und Fremdsprachen. Dabei liegt Mathematik unangefochten an erster Stelle. Fremdsprachen und Deutsch folgen dicht dahinter.

Chancengerechtigkeit herstellen

„In der Nachhilfeproblematik zeigt sich die Schwäche unseres Bildungssystems am stärksten.“ Die Schule produziert einen Nachhilfemarkt, in den jene Eltern investieren können, die dafür die notwendigen finanziellen Ressourcen haben. „Ziel der Schulreform muss sein, Nachhilfe einzudämmen und damit Chancengerechtigkeit herzustellen“, so AK-Präsident Günther Goach zu den Ergebnissen.

Maßnahme für Chancengleichheit: Lerncoaching 2016

Für Kinder und Jugendliche im Pflichtschulalter hat die Arbeiterkammer Kärbnten ein bildungspolitisches Pilotprojekt gestartet und Nachhilfe wird mit 120.000 Euro gefördert. Abgewickelt wird das auf zwei Jahre befristete Pilotprojekt der AK von den Kärntner Volkshochschulen in allen Bezirksstellen.

Private Nachhilfe und Kosten nach Schulen

Bild: AK Kärnten

Kinder die mit den Eltern lernen

(Angaben in Prozent)
Bild: AK Kärnten

Eltern müssen mit knapp drei von zehn Schulkindern fast täglich lernen oder bei den Hausaufgaben helfen. Bei 15 Prozent ist dies zwei bis drei mal die Woche nötig. Bei Volksschulkindern ist die elterliche Hilfe am meisten gefragt. Drei Virtel der Eltern lernen und üben mehrmals in der Woche mit ihnen. In der NMS trifft dies so wie in der AHS-Unterstufe auf rund die Hälfte der Schüler zu. In den Oberstufen ist der entsprechende Anteil geringer, da hier im Regelfall die Eltern fachlich überfordert sind.
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