01.04.2016, 13:37 Uhr

Bereits sechs Verkehrstote im ersten Quartal

Bereits sechs Verkehrstote hat Kärnten in diesem Quartal zu beklagen. VCÖ fordert mehr Prävention (Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)

Verkehrsclub Österreich fordert verstärkte Präventionsmaßnahmen, mehr Bahn- und Busverbindungen nötig.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres kamen bereits sechs Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Ebenso im ersten Quartal des Vorjahres. Deswegen fordert der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) mehr Investitionen in Präventivmaßnahmen - wie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und sichere Radwege entlang von Freilandstraßen. Tempo 30 statt 50 in den Ortsgebieten und mehr Verkehrsberuhigung würde die Verkehrssicherheit erhöhen.

Ziel wurde nicht erreicht

"Das Ziel - kein tödlicher Verkehrsunfall - wurde in den ersten drei Monaten in Kärnten leider nicht erreicht. Bereits sechs Menschen kamen im Straßenverkehr ums Leben", sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer. Heuer kamen bereits drei Fußgänger, ein Autofahrer, ein Motorradfahrer und ein Traktorfahrer ums Leben und mehr als 500 Personen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt.

Handy am Steuer ist schwer zu ahnden

Ablenkung und Unachtsamkeit sind ein immer stärker werdendes Problem. "Durch die Smartphones kommen zu den Telefonaten auch E-Mail schreiben und Internet-Surfen als weitere Ablenkungsursachen dazu. Dass der Bund dies nun explizit verbietet, ist gut, aber zu wenig", so Gansterer. Für die Exekutive wird die Überwachung erschwert, da Handy-Sünder in flagranti erwischt werden müssen. "Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert etwa so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille", verdeutlicht Gansterer.

Öffentliches Verkehrsangebot abseits der Pendlerzeiten

Zur Verkehrssicherheit tragen aber auch öffentliche Verkehrsverbindungen teil. Vor allem Abends und am Wochenende passieren viele schwere Unfälle. "Dass Discobusse Menschenleben retten, ist allgemein bekannt. Doch auch tagsüber braucht es mehr öffentliche Alternativen zum Auto. Gerade im Freizeitverkehr passieren viele schwere Unfälle", so Gansterer. Wegen der immer flexibler werdenden Arbeitszeiten und der vermehrten Teilzeitbeschäftigung ist ein gutes öffentliches Verkehrsangebot, auch abseits der Pendlerzeiten, wichtig.

Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer

Durch Verkehrsberuhigung und Tempo 30 im Ortsgebiet könne vor allem die Sicherheit für Fußgänger erhöht werden. Auch zwischen Siedlungen und dem nächsten Ort seien sichere Geh- und Radwege zu errichten. "Gehen und Radfahren ist jene Mobilität, die am kostengünstigsten, umweltfreundlichsten und gesündesten ist. Umso wichtiger ist es, dass die Infrastruktur für das Gehen und Radfahren entsprechend verbessert wird", fordert Gansterer.

In ganz Österreich waren in den ersten drei Monaten 78 Verkehrstote zu beklagen. Die meisten Todesopfer gab es in Niederösterreich, lediglich im Burgenland gab es noch keinen tödlichen Verkehrsunfall.

Quartals-Statistik für Kärnten der letzten 10 Jahre

- 1. Quartal 2016: 6 Verkehrstote*
- 1. Quartal 2015: 6 Verkehrstote
- 1. Quartal 2014: 7 Verkehrstote
- 1. Quartal 2013: 8 Verkehrstote
- 1. Quartal 2012: 7 Verkehrstote
- 1. Quartal 2011: 8 Verkehrstote
- 1. Quartal 2010: 8 Verkehrstote
- 1. Quartal 2009: 7 Verkehrstote
- 1. Quartal 2008: 7 Verkehrstote
- 1. Quartal 2007: 5 Verkehrstote
- 1. Quartal 2006: 7 Verkehrstote

*vorläufiges Ergebnis - Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016

Quartals-Statistik Österreich

- Niederösterreich: 19 Verkehrstote
- Oberösterreich: 17 Verkehrstote
- Steiermark: 14 Verkehrstote
- Tirol: 9 Verkehrstote
- Salzburg: 8 Verkehrstote
- Kärnten: 6 Verkehrstote
- Wien: 4 Verkehrstote
- Vorarlberg: 1 Verkehrstoter
- Burgenland: Kein Verkehrstoter

Quelle: BMI, VCÖ 2016
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