20.09.2016, 10:24 Uhr

Ein Wildunfall alle 2 Stunden in Kärnten

Mindestens alle 2 Stunden ereignet sich ein Unfall mit einem Wildtier (Foto: Thorben Wengert / pixelio.de)

Mehr als 4.000 Wildtiere kommen jährlich auf Kärntens Straßen zu Tode

In Kärntens Straßenverkehr kommen jährlich mehr als 4.000 Wildtiere zu Tode. Das bedeutet, dass sich in Kärnten mindestens alle 2 Stunden ein Unfall mit einem Wildtier ereignet. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), der österreichische Versicherungsverband (VVO) und der Österreichische Landesjagdverband (ÖLJV) empfehlen deshalb: mit bewusster Fahrweise, angepasster Geschwindigkeit und aufmerksamer Beobachtung des Straßenraums das Risiko eines Wild-Unfalls zu verringern.

Herbst ist Wild-Unfall-Zeit

Mit dem Herbst beginnt auch die Zeit der Wild-Unfälle. „In dieser Jahreszeit kommt es aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse zu besonders vielen Unfällen mit Wildtieren“, weiß man im österreichischen Versicherungsverband. In Kärnten wurden im vergangenen Jahr 31 Personen bei Wildunfällen verletzt, für eine Person endete der Zusammenstoß mit dem Wildtier tödlich. „Das Gefahrenzeichen ‚Achtung Wildwechsel‘ sollte unbedingt ernst genommen und der Fahrstil entsprechend angepasst werden“, so Othmar Thann, Direktor des KFV. Wildtiere entscheiden nicht zwischen Straßen und Feldern und wählen instinktiv den kürzesten Weg zu ihrem Ziel. Bei Übergangsbereichen zwischen Wald und Feld ist das Risiko eines Wildunfalles daher besonders groß.

Autofahrer erwarten Tier von rechts

80 Prozent der Autofahrer nehmen ganz unbewusst an, dass Wildtiere von rechts kommen, zeigen Studien. Jedoch queren Tiere von beiden Seiten gleichermaßen. Besonders in Wildwechselzonen sollten daher beide Straßenränder aufmerksam beobachtet werden. „Ist ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich, sollte man stark bremsen und das Lenkrad gut festhalten. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen relativ gering. Ein Ausweichmanöver ist nicht zu empfehlen, denn ein solches ist weitaus riskanter, als ein Zusammenstoß mit dem Tier“, so Thann.

Vorsicht am Morgen und in der Dämmerung

Wildtiere sind in der Morgendämmerung und am Abend am aktivsten. Das spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wieder, denn die meisten Unfälle ereignen sich in den Morgenstunden zwischen 5 und 7 Uhr sowie Abend zwischen 20 und 23 Uhr. Ein Großteil der Wild-Unfälle sind Kollisionen mit Rehwild, Hasen, Fasanen, Füchsen und Wildschweinen.

Verhalten bei einem Wild-Unfall

Sollte es zu einem Unfall mit einem Wildtier kommen, muss die Gefahrenstelle sofort abgesichert werden und die Exekutive verständigt werden. „Getötetes Wild darf auf keinen Fall mitgenommen werden – auch nicht zum Tierarzt. Das Wildtier leidet bei einem improvisierten Transport mehr als im gewohnten Lebensraum. Die Mitnahme des Tieres kann behördlich auch als Wild- Diebstahl gewertet werden. Vielmehr ist eine rasche und korrekte Meldung des Unfalls hilfreich, da der zuständige Jagdaufseher hinzugezogen werden kann“, so Peter Lebersorger, Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände.
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