14.07.2016, 10:33 Uhr

In 4 Kärntner Bezirken kein tödlicher Kinderunfall seit 10 Jahren

"Wenn bei Bushaltestellen an Freilandstraßen ein Gehweg fehlt, ist das ein Sicherheitsrisiko für Schulkinder", so Verkehrsclub Österreich-Sprecher Gratzer. (Foto: lichtkunst.73 / pixelio.de)

Seit 2006 verloren 13 Kinder bei Verkehrsunfällen in Kärnten ihr Leben, die meisten in Klagenfurt und Villach - Verkehrsberuhigung und mehr Gehwege für kindgerechtes Verkehrssystem nötig.

Vier Kärntner Bezirke haben für die vergangenen zehn Jahre das Ziel "kein tödlicher Verkehrsunfall eines Kindes" erreicht, zeigt eine aktuelle Verkehrsclub Österreich-Analyse. Die Bezirke Feldkirchen, Klagenfurt Land, Villach Land und Wolfsberg. In Klagenfurt und Villach gab es seit dem Jahr 2006 die meisten tödlichen Kinderunfälle. Der Verkehrsclub Österreich betont, dass durch Verkehrsberuhigung und maximal Tempo 30 im Ortsgebiet, mehr sichere Gehwege zwischen Siedlungen nahe gelegenen Orten sowie ein dichteres Öffentliches Verkehrsnetz die Verkehrssicherheit von Kindern erhöht werden kann.

Es kann nur ein Ziel geben

"Wenn es um tödliche Kinderunfälle geht, kann nur eine Zahl das Ziel sein: Null", so Verkehrsclub Österreich-Sprecher Christian Gratzer. Nur in den vier Bezirken Feldkirchen, Klagenfurt Land, Villach Land und Wolfsberg ist dieses Ziel auch erreicht worden.

Entwicklung gibt Hoffnung

Seit dem Jahr 2006 kamen in den anderen Bezirken insgesamt 13 Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Bezirk Hermagor gab es einen tödlichen Kinderunfall, jeweils zwei in den Bezirken Völkermarkt und St. Veit an der Glan und Spittal an der Drau. Jeweils drei und somit die meisten Todesopfer waren in Klagenfurt und Villach zu verzeichnen. Etwas Hoffnung gibt die Entwicklung der vergangenen Jahre. Zwischen 2012 und 2015 passierte kein tödlicher Kinderunfall in Villach, in Klagenfurt zwischen 2009 und 2015.

Mehr Kontrollen benötigt

"Unser Verkehrssystem ist nicht kindgerecht, auf die Schwächsten wird zu wenig Rücksicht genommen", so Gratzer. Unachtsamkeit, etwa wegen Handy-Telefonieren am Steuer und zu hohes Tempo verlängern den Anhalteweg und erhöhen damit das Unfallrisiko, wenn Kinder die Straße überqueren. Im Ortsgebiet sei daher Verkehrsberuhigung und maximal Tempo 30 wichtig für die Sicherheit von Kindern. Auch verstärkte Kontrollen gegen Handy am Steuer und Schnellfahren werden benötigt. Mit dem Handy am Ohr reagiert man so langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille, erinnert der Verkehrsclub Österreich.

Verkehrssicherheit geht Hand in Hand mit Öffentlichen Verkehrsnetz

Auch in den Regionen gibt es Aufholbedarf. Zwischen Siedlungen und dem nächsten Ort braucht man sichere Geh- und Radfahrverbindungen. "Wenn bei Bushaltestellen an Freilandstraßen ein sicherer Gehweg fehlt, ist das ein Sicherheitsrisiko vor allem für Schulkinder", so Verkehrsclub Österreich-Sprecher Gratzer. Eine hohe Verkehrssicherheit geht auch Hand in Hand mit einem dichten Öffentlichen Verkehrsnetz. "Auch deshalb braucht Kärnten mehr und häufigere Bahn- und Busverbindungen", so Gratzer.

Verkehrsunfälle mit Kindern

Bezirk Feldkirchen: kein tödlicher Unfall, 109 verletzte Kinder
Bezirk Klagenfurt Land: kein tödlicher Kinderunfall, 139 verletzte Kinder
Bezirk Villach Land: kein tödlicher Kinderunfall, 215 verletzte Kinder
Bezirk Wolfsberg: kein tödlicher Kinderunfall, 282 verletzte Kinder
Bezirk Hermagor: 1 Kind tödlich verunglückt, 53 verletzte Kinder
Bezirk Völkermarkt: 2 Kinder tödlich verunglückt, 163 verletzte Kinder
Bezirk Sankt Veit/Glan: 2 Kinder tödlich verunglückt, 206 verletzte Kinder
Bezirk Spittal an der Drau: 2 Kinder tödlich verunglückt, 287 verletzte Kinder
Bezirk Villach: 3 Kinder tödlich verunglückt, 280 verletzte Kinder
Bezirk Klagenfurt: 3 Kinder tödlich verunglückt, 612 verletzte Kinder
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.