17.08.2016, 17:30 Uhr

Kärntner Bildungswerk will nun die Bürger aktivieren

Obmann des Kärntner Bildungswerks, Peter Fercher: "Brauchtum schafft Identität – Mitgestaltung tut das auch."

Kärntner sollen das Zusammenleben mitgestalten; Kooperation mit dem Kärntner Gemeindebund ist geplant.

KÄRNTEN. Das Kärntner Bildungswerk ist das Dach für 600 Vereine mit insgesamt rund 30.000 Mitgliedern. Obmann Peter Fercher hat nun mit der Stärke der Vereinigung einiges vor: "Wir wollen die Zivilgesellschaft aktivieren", kündigt er an.
Der Grund ist einleuchtend. "Wir stehen vor großen Veränderungen des Miteinanders im örtlichen Leben", sagt Fercher. "Jetzt sind die Bürger gefordert – es braucht eine neue Form des Ehrenamtes." Staat, Gemeinde oder auch das Land würden vieles nicht mehr bewältigen können – "aus finanziellen Gründen, oder auch wegen der Vielfalt der Aufgaben." Deshalb hofft er, dass sich private Personen an Projekten beteiligen, die das "Gemeinwesen fördern".

"Keine Vereinsmeierei"

Am Interesse hegt Fercher keine Zweifel. "Studien zeigen: Zwei Drittel der Menschen würden sich gerne engagieren – allerdings abseits von Vereinsmeierei", weiß er. Diesen Menschen will er eine Möglichkeit bieten. "Man kann sich bei einzelnen Projekten beteiligen – auch, wenn man außerhalb von Kärnten studiert", kündigt er eine breite Initiative an.
Derzeit ist man im Bildungswerk damit beschäftigt, die Strukturen aufzubauen. Örtliche Bildungswerke gehören ebenso dazu wie Kooperationen mit dem Gemeindebund und dem Land. Dafür laufen derzeit die Verhandlungen. "Sie sind bereits sehr weit fortgeschritten", zeigt sich Fercher optimistisch, bereits im Herbst mit konkreten Projekten zu starten – etwa mit Workshop und Bildungsmaßnahmen.

Plattform für Kärntner Experten

Ebenfalls ansprechen will der Bildungswerk-Obmann Experten. "Wir brauchen Menschen in den Ortschaften, die ihre Kompetenzen für das Gemeinwesen einbringen wollen", appelliert er.
Das Ziel liegt auf der Hand: "Die Kärntner sollen durch Eigeninitiative ihr eigenes Lebensumfeld aktiv mitgestalten", nimmt sich Fercher vor. Der Bedarf steige durch die Veränderungen in der Gesellschaft. "Die Mitgestaltung steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern fördert auch die Identität in einer Ortschaft", ist Fercher überzeugt.

Zur Sache – Kärntner Bildungswerk

600 Vereine mit 30.000 Mitgliedern sind im Bildungswerk vereint.

Aufgaben des Bildungswerks: örtliche Bildungsangebote, Kultur & Brauchtum, Bürgerbeteiligung & Gemeinwesen, Freiwilligen und Experten-Plattform.

In Kooperation mit Gemeindebund und Land will das Bildungswerk Initiativen mit Bürgern starten, die ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten.

Es sollen nach und nach auch örtliche Bildungswerke in ganz Kärnten entstehen.
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