26.04.2016, 15:42 Uhr

Staatenübergreifende Allianz gegen AKW Krško

Leo Seserko, Karel Lipič, Sanja Rokvič, LR Rolf Holub und LR Jörg Leichtfried bilden gemeinsame Allianz gegen das AKW Krsko (Foto: LPD)

Heute bebte in Krško wieder die Erde. LR Holub und LR Leichtfried bilden mit slowenischen NGOs eine parteiübergreifende, länderübergreifende und staatenübergreifende Allianz

In der Kärntner Landesregierung trafen zum heutigen Tschernobyl-Jahrestag Umwelt- und Energiereferent Rolf Holub und Steiermarks Referent für Umwelt- und Erneuerbare Energie Jörg Leichtfried mit Vertretern slowenischer Anti-Atomkraft-NGOs zusammen. Die weitere Vorgehensweise im Kampf gegen die Laufzeitverlängerung und den möglichen Ausbau des slowenisch-kroatischen Atommeilers stand dabei im Vordergrund. Holub und Leichtfried möchten demnach Gespräche mit dem slowenischen Infrastrukturminister Peter Gaspersic und dem kroatischen Wirtschaftsminister Ivan Vrdoljak aufnehmen und sich gegen die Laufzeitverlängerung und den Ausbau von Krško sowie für den Umstieg auf Erneuerbare Energien einsetzen.

Erneutes Erdbeben in Krško

Nachdem es gerade heute wieder zu einem Erdbeben in Krško gekommen ist, wiederholten Holub und Leichtfried den gemeinsamen Schulterschluss zwischen Kärnten und der Steiermark. „Diesen Schulterschluss haben wir heute um die slowenischen NGOs erweitert, die sich genau wie Kärnten und die Steiermark für eine Stilllegung des Atommeilers einsetzen. Dass heute schon wieder, wie vor zwei Wochen, die Erde bei Krško gebebt hat, ist ein wiederholtes Alarmsignal. Es braucht jetzt diese gemeinsame Allianz, die wir heute mit Landesrat Leichtfried und den NGOs geschlossen haben“, so Holub. Hier gebe es etwa Unterstützung durch die Alpenkonvention, die eine Einbindung von Kärnten und der Steiermark vorsehe, so Holub.

Staatenübergreifende Allianz gegen Krško

Leichtfried betonte, dass er mit Holub weiterhin auf Slowenien und Kroatien einwirken wird um eine Laufzeitverlängerung zu verhindern. „Wir haben eine parteiübergreifende, länderübergreifende und ab heute auch staatenübergreifende Allianz gegen Krško geschmiedet. Wir stellen unser Know-how gerne zur Verfügung, um Slowenien und Kroatien bei der Umstellung ihrer Energiepolitik zu unterstützen“. Bis zum Jahr 2020 werde die Steiermark 20 Prozent bei den CO2-Ausstößen einsparen, bis 2030 werde man versuchen einen Anteil von 40 Prozent Erneuerbaren Energieträgern zu erreichen, so Leichtfried. Der zuständige Bundesminister sei hinsichtlich Krško zwar tätig, aber: „Ich erwarte mir hier ein energischeres und massiveres Handeln“, so der steirische Landesrat.

Zusammenarbeit von Atomkraftgegnern

Der ehemalige Premierminister von Slowenien, Leo Šešerko, bezeichnete das heutige Treffen als den Beginn einer Zusammenarbeit von Atomkraftgegnern. Eine solche besteht auch zwischen Oberösterreich und Tschechien bereits seit längerer Zeit. Insbesondere forderte er die Information und Einbindung der slowenischen Bevölkerung und der Nachbarstaaten bei den weiteren Plänen zum Atomkraftwerk.

Lagerstandort für radioaktives Material liegt ebenfalls in Erdbebengebiet

Karel Lipič, der Obmann des Dachverbandes der ökologischen Bewegung Sloweniens betonte, dass Slowenien bereits seit über zehn Jahren über ein neues Energiekonzept verhandle. Kaum eine Rolle spielen in diesem Energiekonzep jedoch alternative Energiequellen. Die politische Vereinbarung über die Laufzeitverlängerung von Krško bis 2043 wurde stillschweigend und ohne Einbindung der Bevölkerung oder Nachbarn geschlossen. Kritisiert hat Lipič auch die Zwischenlagerung des radioaktiven Materials. Der slowenische-Lager Standort liegt wie das Atomkraftwerk in einem Erdbebengebiet. Kroatien wiederum habe bis heute überhaupt keine Lösung für die Lagerung. Für 50 Prozent des radioaktiven Materials gebe es demnach keine Lagerstätte.

Sanja Rokvič, Sprecherin der regionalen „Initiative für das Monitoring des AKW Krško“, fordert eine stärkere Einbindung der lokalen Bevölkerung und die Einhaltung der EURATOM-Richtlinien.

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