12.07.2016, 12:00 Uhr

Junge Kärntner Politiker wollen jetzt Druck machen

Wollen mehr Dynamik in der Politik sehen: Sebastian Schuschnig, Christiane Holzinger und Stefan Schnöll

Junge ÖVP will den Standort auf Vordermann bringen und macht Druck auf die etablierten Politiker.

KÄRNTEN. Während andere bereits ihre Sommerferien genießen, haben sich junge ÖVP-Politiker vorgenommen, in den nächsten Wochen ihre Anliegen zu trommeln. "Es geht uns darum, Stimmung und Image Kärntens zu verbessern", bringt es Sebastian Schuschnig auf den Punkt. Das Ziel: Junge Menschen zu motivieren – auch, damit sie den Weg ins Unternehmertum finden.
In ihrer Kampagne schießen sich die Jungen auch auf etablierte und erfahrene Politiker ein. "Sowohl die Koalition als auch die Opposition sollen sich überlegen, welches Bild von Kärnten sie transportieren", meint Schuschnig.

Keine Aufbruchstimmung in Kärnten

Unterstützung erhält Schuschnig von der Bundesorganisation. "Es fehlt die Aufbruchstimmung", kritisiert JVP-Generalsekretär Stefan Schnöll. Vor allem für den Wirtschaftsstandort ein Problem: "Vor zehn Jahren haben wir als besseres Deutschland gegolten, das ist aber längst vorbei." Allein in der Arbeitslosenstatistik sei Österreich vom zweiten auf den achten Platz abgerutscht. Nun wollen sie den Standort wieder auf Vordermann bringen.
Wie die Jungpolitiker ihre Ziele erreichen wollen, ist auch klar. "Wir brauchen Mitspracherecht", so Schuschnig. "Junge Leute sollen in den Gremien vertreten sein." Schnöll findet klare Worte: "Vieles, was Erfahrene wissen, ist nicht nur veraltet, sondern vielleicht sogar falsch – so ehrlich müssen wir sein." Und: Immerhin gehe es um Zukunft der jungen Generation.

Eine neue Generation

"Wir sind eine neue Generation von Politikern", ist Schuschnig überzeugt. "Wir nehmen uns ein Projekt vor, anstatt zehn Baustellen aufzureißen." So habe vieles tatsächliche Chance auf Umsetzung.
Wohin die Stoßrichtung geht, ist klar: "Wir denken darüber nach, aus welchen Bereichen sich die Politik zurückziehen soll." Vor allem für junge Unternehmer muss es Erleichterungen etwa in der Bürokratie geben. "Wir wollen nicht mit Förderungen um uns werfen", so Schuschnig, "Es reicht, wenn man Gründern keine Steine in den Weg legt."
Davon ist auch Unternehmerin Christiane Holzinger überzeugt. "Die Entbürokratisierung ist ganz wichtig", spricht sie aus ihrer Erfahrung. "Das greift aber niemand an – vermutlich weil es ein Mammutthema ist." Wichtig: "Wir brauchen eine kontinuierliche Gesetzgebung", spricht Holzinger stets veränderte Regeln an.

Kärntner Unternehmer lernen

Die Klagenfurterin beschränkt sich allerdings nicht auf ihre Forderungen, sondern will einen Beitrag leisten. Deshalb hat Holzinger ein Boot-Camp für Unternehmer ins Leben gerufen. Mitte September will sie Junge für die Selbstständigkeit rüsten. "Das Highlight ist ein Workshop", kündigt sie an. Dabei sollen Teilnehmer an ihren eigenen Fällen arbeiten.
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