07.03.2016, 16:19 Uhr

"Kein Sparen auf Kosten der Frauengesundheit!" Grüne starten Petition

Viele Frauen gehen aus einer Vielzahl von Gründen, lieber zu einer Frauenärztin als zu einem Arzt (Foto: Tim Reckmann / pixelio.de)

Grüne wollen mit einer Petition eine Zweiklassengesellschaft im Gynäkologie-Bereich verhindern

KLAGENFURT. „Wir fordern, dass das Gynäkologische Ambulatorium der Gebietskrankenkasse in Klagenfurt nicht geschlossen wird. Eine Diabetes-Ambulanz ist sicher eine sinnvolle neue Einrichtung, aber diese Neuerung darf nicht auf Kosten der Frauengesundheit gehen. Weiters fordern wir, dass die Teenie-Ambulanz bleibt. Es darf keine Zweiklassenmedizin für Frauen geben und es ist unverständlich, dass sofort bei der Frauengesundheit gespart wird, wo Kärnten ohnehin Schlusslicht ist“, sagen Klubobfrau im Landtag, Barbara Lesjak und Vorsitzende des Frauenausschusses in Klagenfurt, Andrea Wulz.

Einhaltung der Zusage wird gefordert

Morgen startet um 10.30 Uhr eine Unterschriftenaktion auf dem Neuen Platz, zur Unterstützung dieser Aktion. „Wir haben vor einigen Tagen eine Online-Petition gestartet, die bereits von rund 170 mal unterstützt wurde. Zahlreiche Frauen haben sich auch telefonisch informiert. Das allein zeigt schon, wie sehr das Thema bewegt“, schildert Wulz. „Uns liegt eine Zusage von Direktor Johann Lindtner aus dem Jahr 2016 vor, die Gyn-Ambulanz um eine dritte Gynäkologinnenstelle aufzustocken. Ich fordere die Einhaltung dieser Zusage." Auserdem unterstreicht Wulz die Wichtigkeit der Teenie-Ambulanz als Anlaufstelle für 14- bis 18jährige Mädchen: "Es leuchtet ein, dass die Mädchen darüber lieber von Frau zu Frau sprechen.“

Besonders sensibler Bereich

„Der flächendeckende Zugang für die Kärntnerinnen zu Kassen-Gynäkologinnen war eine parteiübergreifende Forderung. Es gibt die Möglichkeit, Frauen in diesem Bereich vorzureihen. So schnell wie möglich soll es in allen Kärntner Bezirken zumindest eine Kassen-Frauenärztin geben. Die Gynäkologie ist ein besonders sensibler Bereich. Viele Frauen gehen aus einer Vielzahl von Gründen, vom „jugendlichen Genieren“ bis hin zu Missbrauchserfahrungen, lieber zu einer Frauenärztin als zu einem Arzt. Durch die Schließung der Gyn-Ambulanz verschlechtert sich die Situation gerade für einkommensschwächere Frauen, die sich teure Wahlärztinnen-Gebühren nicht leisten können“, erinnert Barbara Lesjak.

Diesbezüglich will Lesjak sowohl einen Antrag im Landtag als auch eine schriftliche Anfrage an Gesundheits-Landesrätin Beate Prettner einbringen. Ab sofort liegen Unterschriftenlisten in den Grünen Büros auf. Online unterschreiben kann man unter DIESEM LINK
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