13.04.2016, 06:00 Uhr

Neuer FPÖ-Obmann will ans "Eingemachte gehen"

Am 4. Juni soll Nationalratsabgeordneter Gernot Darmann zum neuen Obmann der FPÖ in Kärnten gewählt werden (Foto: KK)

Ende Juni soll Gernot Darmann der neue FP-Landesrat in Kärnten werden. Die Koalition attackiert er bereits jetzt.

KÄRNTEN. Seit Freitag ist der Nationalratsabgeordenete Gernot Darmann geschäftsführender Obmann der Kärntner Blauen. Seine offizielle Wahl soll am 4. Juni stattfinden. Danach will er auch den Regierungssitz von Vorgänger Christian Ragger übernehmen.
"Das kann eine der schönsten Herausforderungen sein", denkt er bereits an die Landtagswahl im Jahr 2018. Die FPÖ stellt bereits jetzt den Anspruch auf den Landeshauptmann. Mit Kritik an der Dreierkoalition in Kärnten spart er bereits jetzt nicht. "Ich nehme mir kein Blatt vor den Mund", kündigt er schärfere Töne in der Regierung an. "Ich mache Politik mit Ecken und Kanten, wo es notwendig ist." Er werde mit der Koalition hart ins Gericht gehen.

Faymanns Schoßhündchen

Als notwendig befindet er dies, wenn es um die Arbeit der Koalition um Landeshauptmann Peter Kaiser geht. Vor allem, wenn es um die Flüchtlingssituation und die Sicherheit geht. Darmann fordert wiederholt ein "absolutes Stopp für Asyl und Zuwanderung". Kaiser wirft er in dieser Frage Untätigkeit vor. "Man darf nicht das Schoßhündchen von Faymann sein, sondern muss eine Vorreiterrolle einnehmen und zu Kärnten stehen", habe er sich Gegendruck in Wien erwartet.
Sein Zugang: "Man muss die Reintegration dieser Menschen in ihrer Heimat vorbereiten, anstatt von Deutschkursen zu sprechen." Dort würde man sie brauchen, um nach dem Krieg wieder aufzubauen.

Selbstbewusstsein

Allein um die Asylfrage will sich Darmann in Kärnten allerdings nicht kümmern. "Ich will das Selbstbewusstsein der Kärntner stärken", nimmt er sich vor. Kaiser bescheinigt er, dass diese "mit traurigem Blick die Energie aussaugt und sagt, was man nicht machen kann". Darmann: "Politiker sind da, um Wege zu finden".
Deshalb will er in direktem Kontakt mit der Wirtschaft stehen. "Sie braucht einen Fürsprecher." Man müsse mit Kreativität Arbeitsplätze schaffen. "Wenn die Führung nicht zu Kärnten steht, kann keine positive Zukunft entstehen", so Darmann.
Ausschließlich Opposition will der FP-Politiker allerdings nicht betreiben. "Ich lege den Finger in die Wunde, werde aber auch Ideen und Visionen aufbereiten." In manchen Bereichen werde man sich finden.
Die Wirtschaft wäre jedenfalls Darmanns Wunschressort, er zeigt sich aber realisitsch: "Den Gefallen wird mir die Koalition nicht machen."
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