11.04.2016, 11:03 Uhr

AK Test zeigt - Schwankende Preise im Online-Handel

Flexible Preise im Internet sorgen dafür, dass das selbe Produkt im selben Online-Shop zu einem anderen Zeitpunkt einen anderen Preis hat. (Foto: Marc Boberach / pixelio.de)

Dasselbe Produkt, derselbe Anbieter, eine andere Zeit: der Preis ändert sich. 36 Preise bei zwölf Webshops wurden eine Woche lang abgefragt.

"Flexible Preise im Internet sind schon lange Realität", sagt AK Konsumentenschützer Herwig Höfferer. "Dynamic Pricing, also dynamische Preisgestaltung, heißt es, wenn die Preise mittels softwaregesteuerten Berechnungen jederzeit geändert werden können."

Schwankende Preise

Die AK hat vom 7. bis 13. März täglich zur gleichen Uhrzeit 36 Preise aus verschiedenen österreichischen Onlineshops abgefragt. Der AK Test zeigt, dass bei einigen identen Produkten des gleichen Anbieters die Preise im Laufe einer Woche, zum Teil mehrmals, wechselten. "Durch dynamische Preisgestaltung werden den Konsumenten ainfache und schnelle Preisvergleiche schwer gemacht", so Höfferer. Bei Austrian Airlines und Lufthansa wurde zum Beispiel ein Hin- und Rückflug nach Berlin für zwei Erwachsene ab Samstag um ganze 80 Euro teurer. "Preisvergleichsplattformen und deren Bewertungen helfen, um sich in der Achterbahnfahrt der Preisveränderungen zurechtzufinden", sagt Höfferer. Produkte von Peter Hahn waren im Vergleich zu Deutschland bis zu 23 Prozent teurer. Auch für eine Film DVD bei Saturn muss man in Österreich rund 20 Prozent mehr bezahlen. Bei XXXLutz waren die Preise hingegen je nach Produkt und Erhebungstag zwischen 26 Prozent billiger bzw. um 31 Prozent teurer.

Umgang mit dynamischer Preisbildung im Internet

"Bei dynamischen oder individualisierten Preisen müssen Diskriminierungsverbote und Datenschutz beachtet werden. So verbietet die EU-Dienstleistungsrichtlinie grundsätzlich Preisdifferenzierung aufgrund des Wohnsitzes in einem anderen Mitgliedstaat oder Staatsangehörigkeit", so Höfferer. Es ist nicht auszuschließen, dass Online-Shops personalisierte Preispolitik betreiben, wenn bei der AK Erhebung keine individualisierten Preise festgestellt werden können. Als Vorbote der personalisierten Preispolitik ist die mittlerweile übliche personalisierte Werbung zu sehen. "Besonders bei Elektroartikel sollte man einen Preisvergleich in den Geschäften vor Ort machen", sagt Höfferer. Werbung mit Preisen darf nicht irreführend sein und bei Preisangaben muss deutlich erkennbar sein, dass Preise variieren können.

Dynamische Preisbildung austricksen

- Preise im Laufe der Zeit beobachten
- Preise eines Produktes, oder Dienstleistung mit unterschiedlichen Endgeräten ansehen (Smartphone, Laptop, PC).
- Flugreisen möglichst früh buchen - seien Sie flexibel bezüglich des Abreisetag und -ort
- Datenschutz-Einstellung des genutzten Browsers überprüfen sowie Cookies und Surfverläufe regelmäßig zurücksetzen

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