17.03.2016, 13:35 Uhr

Weniger Einbrüche - mehr Kfz-Diebstähle und Kampf der Cyber-Kriminalität

Hofrat Dr. Rudolf Slamanig, Landespolizeidirektor Hofrat Dr. Franz Prucher und Generalmajor Franz Popp (v.l.).

Entwicklung der Kriminalität in Niederösterreich von 2006 bis 2015

Landespolizeidirektor Hofrat Dr. Franz Prucher präsentierte gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Generalmajor Franz Popp, B.A. und Hofrat Dr. Rudolf Slamanig die polizeiliche Kriminalstatistik.

Entwicklung der Gesamtkriminalität

Die Gesamtzahl der angezeigten gerichtlich strafbaren Handlungen ist in einer mehrjährigen Trendanalyse (seit 2007) rückläufig. Die Aufklärungsquote lag in diesen Jahren konstant zwischen 40 Prozent und 44 Prozent.

Entwicklung der Big Five

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäuser ist 2015 leicht zurückgegangen. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Deliktsbereich bei knapp über zehn Prozent. Bei mehr als einem Drittel der angezeigten Fälle in diesem Deliktsbereich blieb es beim Versuch.

Beim Diebstahl von Kraftfahrzeugen ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg zu erkennen (2014: 588 Fälle, 2015: 663 Fälle). Die Aufklärungsquote liegt wie in den Vorjahren bei ca. 15 Prozent.

Im Deliktsbereich Gewalt (vorsätzliche Tötungsdelikte, Körperverletzungen, verschiedene Sexualdelikte) ist ein Rückgang zu erkennen. (2014: 4.747 angezeigte Fälle, 2015: 4.493 angezeigte Fälle). Die Aufklärungsquote liegt hier bei 88 Prozent.

Die Cyber-Kriminalität ist bei Datenbeschädigungen und ähnlichen Handlungen rückläufig, allerdings ist ein Anstieg der Betrugshandlungen unter Verwendung des Internets zu erkennen.

Die in Niederösterreich zur Anzeige gebrachten Wirtschaftsdelikte sind im Vergleichszeitraum geringfügig gestiegen (+ 1,1 Prozent).

Herausforderungen 2015

Zu den Herausforderungen 2015 zählten schwerpunktmäßige Kontrollen an neuralgischen Punkten und der verstärkte Einsatz von Technik zur Erkennung von entfremdeten oder gefahndeten Fahrzeugen. Weiterhin im Mittelpunkt standen die Forcierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Tschechien und der Slowakei und zielgruppenorientierte Präventionsveranstaltungen zum Schutz vor Eigentumskriminalität. Herausfordernd war 2015 mit 6.062 Anzeigen der Anstieg der Schlepperei (§ 114 Fremdenpolizeigesetz) um über 62 Prozent (2014: 3.730 Anzeigen).

Umgesetzte Maßnahmen 2015

2015 wurden Präventionsveranstaltungen für Schülerinnen und Schüler zum Thema Cyber-Sicherheit durchgeführt und gemeinsam mit dem Kuratorium Sicheres Österreich (KSÖ) Landesklub Niederösterreich der Film „Cyber Crime und Jugendliche“ präsentiert. Präventiv wurde eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Schutz des Eigenheimes“ umgesetzt. Im Rahmen der SOKO Ost und der SOKO Kfz fanden Schwerpunktaktionen in der Ostregion Niederösterreichs statt.

Projekte und Maßnahmen 2016

2016 stehen schwerpunktmäßige Kontrollen der Polizei an neuralgischen Punkten im hochrangigen Straßennetz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität in Wohnungen, Wohnhäuser und Firmen im Mittelpunkt. Weiters werden Maßnahmen zur nachhaltigen Bekämpfung der Schlepperkriminalität umgesetzt.

In Kooperation mit Interessensvertretungen sind Präventionsveranstaltungen für spezifische Gruppen der Gesellschaft (wie zum Beispiel „Sicherheit für Senioren“ oder dem Projekt „Sicherer Betrieb“ gemeinsam mit dem KSÖ Landesklub Niederösterreich“) geplant.

Die Intensivierung des Einsatzes von elektronischen Fahndungsmitteln wie dem Kennzeichen-Erkennungssystem entlang der Hauptverkehrsrouten und die Verstärkung der lokalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der LPD Niederösterreich und angrenzenden polizeilichen Kreisbehörden in Tschechien und der Slowakei werden umgesetzt.
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