02.08.2016, 11:43 Uhr

Aus Überzeugung Fleischer

Erwin und Anita Keusch hinter der Theke. "Die Kunden schätzen es, wenn Sie aus einem großen Angebot wählen können." (Foto: Keusch)

'Qualität statt Quantität' ist der Leitsatz vieler Fleischhauer im Konkurrenzkampf mit den Supermärkten.

NÖ. "Wer nachrechnet weiß, dass das Fleisch im Supermarkt nicht billiger ist", so Fleischermeister Erwin Keusch aus St. Georgen am Ybbsfelde. Trotzdem sind Supermärkte und Diskonter weiterhin marktführend im Fleischverkauf. Mit Mengenrabatten und Sonderaktionen werden Kunden gelockt, während das viel zitierte Fleischersterben, vor allem in den Städten, seinen Lauf nimmt.

Nachwuchsprobleme
Aber auch die Sensibilisierung der Gesellschaft trägt ihres dazu bei. Obwohl nach wie vor gerne und viel Fleisch gegessen wird, will niemand wissen was im Schlachthof tatsächlich passiert. Dabei ist Aufklärung ein wichtiger Faktor um Veränderungen vorantreiben zu können. Vor allem bei Tiertransporten herrscht noch einiges an Nachholbedarf, ist es doch für den Kunden nicht ersichtlich, über wie viele Zwischenstationen das Tier befördert wurde, bevor es als Fleischprodukt in den Einkaufskorb wandert.

Die Wirtschaftskrise
Laut Keusch hat bei den Kunden seit der Wirtschaftskrise ein Umdenken begonnen: "Man spürt, dass die Kunden nicht mehr wahllos kaufen, sondern Vertrauen in ihr Fleischprodukt haben wollen. Die Regionalität spielt ebenfalls eine immer größer werdende Rolle. Viele Menschen wollen wissen, woher das Fleisch kommt. Qualität schmeckt man eben aus jedem Produkt heraus."

Gemeinsam zum Erfolg
Um in Zukunft weiter hochwertiges Fleisch produzieren zu können, ist die Zusammenarbeit der Bauern mit den Fleischhauern ein grundlegender und nachhaltiger Baustein. "Nur so weiß ich, woher das Tier kommt und wie es gefüttert und gehalten wurde. Das sind grundlegende Faktoren, die bei der Qualität des Fleisches zum Tragen kommen, die aber nicht jedem bewusst sind. Und genau das kann ich dem Kunden dann auch so weitergeben", sagt Keusch. Ein Faktor von vielen, die in Zukunft entscheiden werden, wohin der Konsument einkaufen gehen wird.
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