13.04.2016, 12:25 Uhr

"Das Internet der Dinge": Was es uns bringt, wenn Maschinen künftig mehr miteinander kommunizieren

Wirtschaftskammer Niederösterreich Präsidentin Sonja Zwazl und Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Land Niederösterreich, Wirtschaftskammer Niederösterreich und Industriellenvereinigung Niederösterreich kooperieren im Wirtschaftsfeld der Zukunft – Industrie 4.0

Industrie 4.0– was ist das überhaupt? Einfach gesagt geht es um die zunehmende Vernetzung von Maschinen und Betrieben entlang einer Produktionskette. Ein Beispiel: Eine Autofabrik erhält den Auftrag über 100 Fahrzeuge. Gleichzeitig erhalten die Zulieferer die Anforderung für benötigte Teile für den Auftrag, die nicht mehr auf Lager liegen. Die Zulieferer informieren wiederum in Echtzeit die Zusteller, dass Pakete von Firma A an Firma B geliefert werden. Unterm Strich heißt das: Eine schnellere, kostengünstigere, individuellere Produktion am Puls der Zeit.

Nur zusammen kann Niederösterreich das schaffen

"Industrie 4.0 ist ein so großes Thema, dass wir unsere Kräfte vereinen müssen um es zu stemmen", so Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav. Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industriellenvereinigung Niederösterreich wird ihr Ressort daran mitwirken, die heimischen Betriebe fit für Industrie 4.0 zu machen.

Dafür werden unterem Workshops auch für Klein- und Mittelbetriebe angeboten, denn diese will man auf den Weg in die Zukunft mitnehmen.

Die Wirtschaft wandelt sich immer schneller

"Die Wirtschaft war immer im Wandel, ist immer im Wandel", sagt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl. "Gerade Unternehmer sind Träger des digitalen Fortschritts. Industrie 4.0 betrifft aber nicht nur die Industrie sondern den gesamten Wirtschaftssektor."

Im Kern gehe es darum, dass Produktions- und Entwicklungstechnologien zunehmend miteinander verschmelzen, so Zwazl. "Tätigkeiten für die früher IT-Spezialisten notwendig waren, sind heute für unsere Jugend alltägliche Freizeitbeschäftigung geworden." Gebraucht und gefördert werden sollten technische Fähigkeiten der Jugend – je früher desto besser.

"Die Lehre als bereits hochqualifizierte Ausbildung wird mit der Digitalisierung noch ein Stück höher qualifiziert werden – damit zugleich auch noch weiter an Attraktivität zulegen", so Sonja Zwazl.

Konkret unterstützt man die die Betriebe durch folgende vier Punte:
• Analyse des Bedarfs
• Überprüfung des Zugangs zu Digitalisierungsprojekten
• konkrete Unterstützung bei Projektumsetzung durch einen Expertenpool (400 Mitglieder)
• Förderung – Übernahme eines Teils der Projektkosten
11. Mai eigener Workshop - Datenschatz

Industrie 4.0 – Internet der Dinge – Vernetzung der Produktion

"Industrie 4.0 – das Internet der Dinge – wird uns in der Wirtschaft extrem betreffen: Produkte werden individueller, da die Produktion in kleinen Stückzahlen effizienter dadurch billiger und daher nachgefragter wird", so Thomas Salzer, Chef der Industriellenvereinigung Niederösterreich.

"Die Frage ist aber: Welche Rahmenbedingungen müssen wir schaffen, um hier wettbewerbsfähig zu sein?", fragt Salzer und zeigt eine große Chance auf: "Durch Industrie 4.0 haben wir die Chance, abgewanderte Produktionen zurück ins Land zu holen. Denn wenn wir schlicht besser sind als die anderen und die Nachfrage zufriedenstellen können, werden wir Aufträge zurückholen, Leute einstellen die die hochkomplexen Maschinen bedienen können und so den Wirtschaftsstandort stärken." Dabei werden auch Arbeitsplätze verloren gehen, gibt Salzer offen zu. "Doch dafür werden im Gegenzug neue geschaffen."

Als Problem ortet Salzer, die starren Vorschriften zur Arbeitszeit in Österreich, die sich auf rein serielle Produktion beziehen und nicht flexibel genug sind um auf kurzfristige Nachfrage reagieren zu können.

Und noch eine Forderung bringt Thomas Salzer aufs Tapet: In der Schule sollten Schulfächer künftig stärker vernetzt werden, denn genau das sei es, was auch in der Arbeitswelt gefragt sei: vernetztes Denken.
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