06.06.2016, 12:54 Uhr

AMS-Chefin Birgit Gerstorfer übernimmt die SPÖ Oberösterreich

"Übergangs-SPÖ-Chef" Johann Kalliauer präsentierte Birgit Gerstorfer am 6. Juni als designierte SPÖ-Chefin und Landesrätin. (Foto: SPÖ/Schwarzl)
OÖ. "alea iacta est", die Würfel sind gefallen: Die oberösterreichische AMS-Chefin Birgit Gerstorfer soll die schwächelnde Sozialdemokratie im Land ob der Enns aus der Krise führen. 83 Prozent der Mitglieder des Landesparteivorstands sprachen sich in einer Abstimmung am 6. Juni für die Mutter zweier erwachsener Töchter aus.

Bereits am 18. Juni soll die designierte SPÖ-Chefin in einem kurzfristig einberufenen Parteitag von den Mitgliedern bestätigt werden. Neben dem SPÖ-Vorsitz übernimmt Gerstorfer auch das Landesratsamt von Reinhold Entholzer. Sie ist somit die einzige Frau in der bisher komplett von Männern dominierten OÖ-Landesregierung.

"Die Partei muss sich an den Interessen der Bürger orientieren", sagte Gerstorfer bei ihrer Präsentation am Montagvormittag. Punkten will die 53-jährige mit klassischen sozialdemokratischen Themen wie Bildung, Wohnen und Arbeit. Aber auch das Sicherheitsthema will sie auf die Agenda setzen. Bei der Kommunikation nach außen will Gerstdorfer hingegen neue Akzente setzen: "Wir haben uns in der Vergangenheit nicht überall gut und laut genug positioniert", so Gerstdorfer. Gleichzeitig stehe sie aber nicht für unfreundliche Worte gegenüber anderen.

Stellungnahmen anderer Parteien

Von Seiten der ÖVP und der Grünen gab es kurz nach Gerstofers Bestellung lobende Worte: „Ich bin davon überzeugt, dass Birgit Gerstorfer an ihre neuen Funktionen als Parteivorsitzende und Landesrätin mit demselben Sachverständnis und Elan herangehen wird, wie sie es als AMS-Chefin in der Vergangenheit schon bewiesen hat“, gratuliert OÖVP-Landesparteiobmann Landeshauptmann Josef Pühringer der designierten Parteiobfrau der SPÖ OÖ.

Auch Wirtschaftslandesrat Michael Strugl (ÖVP) "begrüßt" die Bestellung Gerstorfers: "Sie ist eine alte Bekannte. Ich erwarte mit ein gutes Kooperationsklima und die selbe sachlich gute Zusammenarbeit wie sie übrigens auch mit Reinhold Entholzer immer möglich war".

Von den Grünen heißt es: „Ich gratuliere der designierten neuen Partei-Vorsitzenden und Landesrätin. Es freut mich natürlich, dass mit Birgit Gerstorfer eine Frau diese politischen Spitzenpositionen einnimmt. Damit wird endlich die beschämende Phase einer frauenlosen OÖ. Landesregierung beendet", sagt die Grünen-Landessprecherin Maria Buchmayr.

Deftige Kritik gab es hingegen von der FPÖ: "Vor dem Hintergrund einer Rekordarbeitslosigkeit im Land qualifiziert offenbar die AMS-Vergangenheit für diese Positionen. Es bleibt zu hoffen, dass mit diesem Wechsel nunmehr im Sozialressort ein vernünftiges Haushalten und Wirtschaften Einzug hält“, sagt FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner. Nachsatz: „In Wahrheit hatte die SPÖ auch deshalb kaum eine Alternative zu Gerstorfer. Die dritte Wahl kommt zum Zug“.
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