11.08.2016, 00:00 Uhr

"Der Zug der Zeit geht in Richtung Bankomatgebühr"

Hypo OÖ-Generaldirektor Andreas Mitterlehner rechnet auch 2016 mit einem "guten Geschäftsjahr" (Foto: BRS)

Für Andreas Mitterlehner, Generaldirektor der Hypo Landesbank Oberösterreich, ist eine Klage gegen das Bundesland Kärnten kein Thema mehr.

OÖ. 2015 konnte die Hypo Landesbank Oberösterreich das zweitbeste Ergebnis in ihrer 125-jährigen Geschichte erzielen. Der Jahresüberschuss vor Steuern stieg auf 31,02 Millionen Euro. Darüber hinaus beschäftigt die Bank 400 Mitarbeiter und betreibt 14 Filialen in Oberösterreich. Doch nicht nur mit dem Rekordergebnis sorgte die Hypo OÖ bei der Bilanzpressekonferenz vor drei Monaten für Aufsehen. Damals stellte das Bankhaus dem Land Kärnten die Rute ins Fenster. Eine Klage wegen des Schuldenschnitts bei der Abbaugesellschaft Heta stand im Raum. Diese sei mittlerweile aber wieder vom Tisch, bestätigt Hypo OÖ-Generaldirektor Andreas Mitterlehner. Derzeit werde vom Land Kärnten und dem Bund an einem zweiten Angebot an die Heta-Gläubiger gearbeitet, das im Herbst vorliegen soll. "Wir werden das annehmen. Die Klage ist kein Thema mehr", so Mitterlehner.

"Fußball mit Rugby-Regeln"
Harsche Kritik kommt vom Hypo OÖ-Chef hingegen an überbordenden Regulierungen, die derzeit das Bankgeschäft prägen. "Wir werden derzeit in ein kapitalmarktorientiertes, angloamerikanisches System umoperiert. Vereinfacht gesagt: Wir kriegen Rugby-Regeln und spielen aber Fußball." Gemeint ist damit, dass Regionalbanken (fast) idente Auflagen wie Investmentbanken erfüllen müssen.

"Bankenabgabe überzogen"
Fast ebensowenig Freude wie mit dem Thema Hypo Alpe Adria/Heta hat man bei der Hypo Oberösterreich mit der Bankenabgabe. Zwar begrüßt Mitterlehner die Einigung, die eine Reduzierung der Abgabe inklusive einer Einmalzahlung in der Höhe von einer Milliarde Euro vorsieht. Doch auf Kritik braucht man bei diesem Thema nicht lange warten: "Die Bankenabgabe war nicht in Ordnung. Banken hatten Schadensfälle mitzutragen, die andere verursacht haben. Mit der jüngsten Einigung hat man sich letztendlich zu einer Lösung durchgerungen, die einen gewissen Pragmatismus zum Ausdruck bringt. Aber: Die Bankenabgabe war – bei allem Verständnis – überzogen", so Mitterlehner.

Im Hinblick auf die intensiv diskutierte Bankomatgebühr ortet Mitterlehner in Österreich generell einen Trend in Richtung deren Einführung: "Wir haben derzeit keine Intentionen dahingehend. Nur der Zug der Zeit wird wahrscheinlich dorthin gehen", sagt Mitterlehner.
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