04.05.2016, 13:34 Uhr

Experte empfiehlt: Spezialisierung statt Größe

Diskutierten in der voestalpine Stahlwelt über künftige Schwerpunkte der heimischen Wirtschaftspolitik: S3-Experte Prof. Dominique Foray, die Unternehmer Helmut Fallmann (Fabasoft) und Walter Stephan (FACC), WKOÖ-Vizepräsidentin Mag. Angelika Sery-Froschauer, Wirtschaftslandesrat Dr. Michael Strugl und IVOÖ-Präsident Dr. Axel Greiner. (Foto: Business Upper Austria)
OÖ. „Oberösterreich setzt seit 1998 auf strategische Wirtschafts- und Forschungspolitik. Aktuell läuft bereits das vierte strategische Programm ‚Innovatives OÖ 2020‘, das noch stärker auf den Grundsätzen der Intelligenten Spezialisierung aufbaut. Außerdem werden dadurch die Aktionsfelder Industrielle Produktionsprozesse, Mobilität/Logistik, Gesundheit/alternde Gesellschaft, Lebensmittel/Ernährung und Energie abgedeckt“, erklärt Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl. Im Zuge des Strategischen Programms seien im Wirtschaftsbereich im Vorjahr 1500 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als 360 Millionen Euro in Umsetzung gebracht worden, heißt es. Das Ziel all dieser Maßnahmen ist, so Strugl, Oberösterreich durch Technologieführerschaft zu einer führenden Industrieregion Europas machen.

Spezialisierung kann Größenachteile ausgleichen
Für den Zeitraum 2014 bis 2020 sind die „Regionalen Innovationsstrategien für Intelligente Spezialisierung (RIS3)“ auch Teil der Wachstumsstrategie der Europäischen Union. Die Veranstaltung „Up-Date Standort Oberösterreich“ am 3. Mai in der voestalpine Stahlwelt in Linz beschäftigte sich deswegen genau mit dem Thema der Intelligenten Spezialisierung als regionale Standortstrategie.

Keynote-Speaker war Professor Dominique Foray von der Technischen Hochschule Lausanne. Er gilt als Mastermind hinter der S3-Strategie der EU. Im Anschluss diskutierte Foray mit Wirtschafts-Landesrat Michael Strugl, WKOÖ-Vizepräsidentin Angelika Sery-Froschauer, IV-Präsident Axel Greiner sowie den Unternehmern Helmut Fallmann (Fabasoft) und Walter Stephan (FACC) über die Zukunftschancen für die oberösterreichische Wirtschaft durch Intelligente Spezialisierung.

„Im Gegensatz zu führenden Regionen wie Baden Württemberg, Bayern oder dem Großraum Paris hat es Oberösterreich jedoch (noch) nicht geschafft, sich als europäische Top-Region zu positionieren“, stellte S3-Experte Foray fest.
Ein wesentlicher Nachteil sei schlicht die geringe Größe Oberösterreichs. Denn: Räumliche Konzentration, und das Erreichen kritischer Größen seien Schlüsselfaktoren für Innovationsleistung einer Region, so Foray.

Aber mit dem S3-Konzept könne Oberösterreich seine Innovations-Performance steigern, meint der Wissenschafter: „Der Schlüssel liegt in der noch stärkeren Spezialisierung und Konzentration auf einige Stärkefelder. Damit würde in diesen Bereichen die mindestens erforderliche Größe und eine Verdichtung des Know-hows für ein entsprechend effizientes Funktionieren von Netzwerken erreicht.“
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