30.06.2016, 11:53 Uhr

Industrie diskutierte über "Spitzenregionen in Europa"

Dietmar Maier (Moderator), Axel Kühner (Vorstandsvorsitzender Greiner Holding AG), Thomas Uhr (Vice President and General Manager BRP Powertrain), Christian Huber (Geschäftsführer CNH Österreich) und Peter Rungger (Vorstand Eternit-Werke Ludwig Hatschek AG) (Foto: IV OÖ/Mitterhauser)
OÖ. Süddeutschland, die Schweiz, Norditalien und Österreich bilden die wichtigste Industrieregion Europas und weisen doch beträchtliche Unterschiede auf nationaler und regionaler Ebene auf. „Die nationalen Rahmenbedingungen differieren sehr stark voneinander, dennoch gelingt es einzelnen Regionen innerhalb dieser Länder, der industriellen Spitze Europas anzugehören“, leitete Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) eine „Industrie im Dialog“-Veranstaltung. Diese widmete sich dem Vergleich (Ober-) Österreichs mit den Industriestandorten in Deutschland, Italien und der Schweiz.

Der aus Deutschland stammende CEO der Greiner Holding, Axel Kühner, betonte im Hinblick auf den Vergleich der mitteleuropäischen Industrieregionen den Erfolg der Regierung Schröder als Gesamtkonzept, wo auch gesellschaftliche Härten abgefedert wurden und der langfristige Nutzen im Vordergrund stand. Deswegen sei Deutschland heute die führende Wirtschaftsnation Europas. „In anderen Ländern, beispielsweise in den USA, führt der Standortwettbewerb zwischen den Bundesstaaten zu einer nach oben führenden Spirale mit mehr Qualität, während bei uns in Österreich der Bundesländervergleich eine Spirale nach unten erzeugt“, so Kühner

Thomas Uhr, Vice President und General Manager von BRP Powertrain, kritisierte in seinem Statement die für Unternehmen wie auch für Privatpersonen viel zu hohe Steuer- und Abgabenquote in Österreich, was beispielsweise den Kauf eines PKW in Österreich summa summarum oft um 20 Prozent teurer mache als in Deutschland. „Wirtschaftlicher Erfolg ist in Österreich allgemein nicht positiv belegt“, meinte Uhr, der auch das sozialpartnerschaftliche System in Österreich ansprach: „Die Sozialpartnerschaft hat Österreich in der Vergangenheit, als Stabilität gefragt war, hohen Nutzen gestiftet. Heute reagiert dieses System zu langsam auf Veränderungen, es müsste mehr auf betrieblicher Ebene geregelt werden".

Für CNH Österreich-Geschäftsführer Christian Huber stellen vor allem die in Italien um bis zu 30 Prozent niedrigeren Arbeitskosten einen wesentlichen Vorteil dar. „Die hohen Kosten in Österreich können nur durch höhere Produktiviät und damit durch mehr Bildung ausgeglichen werden“, erklärte Huber.

Aus Sicht der Schweiz betonte Peter Rungger, Vorstand der Eternit-Werke Ludwig Hatschek AG, die hohe Wirksamkeit der bereits 2002 in der Eidgenossenschaft eingeführten Schuldenbremse und die hohe Wirtschaftsaffinität aller Bürger. „Die direkte Demokratie führt dazu, dass die Bevölkerung mit hoher Verantwortung Entscheidungen trifft und die entsprechenden Konsequenzen mitträgt“, erklärte Rungger.
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