22.09.2016, 10:11 Uhr

„Unternehmerisch denken“

Neue Zeiten brechen auch in der Landwirtschaft an. (Foto: Steyr Traktoren)

Landwirte gehen künftig die Gestaltung des Hofes aktiver an

OÖ (pfa). Preisverfall, Strukturwandel und neue Märkte: Auch vor den bäuerlichen Betrieben machen Veränderungen in der Gesellschaft nicht halt. Dennoch ist die Landwirtschaft im Land ob der Enns nach wie vor relativ klein strukturiert.
„Derzeit bewirtschaftet ein durchschnittlicher Betrieb etwa 33 Hektar“, sagt Hubert Huber, Leiter der Abteilung für Land- und Forstwirtschaft des Landes OÖ. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der sehr kleinen Betriebe, die weniger als zehn Hektar bewirtschaften, reduziert. Deren Grund wird oft von bestehenden Betrieben dazugepachtet. „Bewirtschafteten im Jahr 2000 noch rund 600 Betriebe mehr als 50 Hektar, sind es jetzt 1.400“, so der Experte. 90 Prozent der Fläche Oberösterreichs ist landwirtschaftlich genutzt. Jährlich werden etwa zwei Milliarden Euro auf Bauernhöfen erwirtschaftet. „Insgesamt können rund 97.000 Arbeitskräfte der gesamten Lebensmittelwirtschaft zugerechnet werden“, sagt Huber. Das ist jeder sechste Arbeitsplatz.

„Mit den von unseren Bäuerinnen und Bauern hergestellten Lebensmitteln können 2,3 Millionen Menschen versorgt werden“, ist Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, stolz. Gerade für die heimischen Betriebe sei es wichtig, konsequent auf die Qualität zu achten. So könnten trotz des Drucks in der Lebensmittelbranche bessere Preise erzielt werden. Auch mit Nischenprodukten und Direktvermarktung punkten die heimischen Bauern.

„Bäuerinnen und Bauern werden in Zukunft verstärkt unternehmerisch denken“, sagt Reisecker. „Mit einem Betriebskonzept können sie ihren Hof analysieren und eine Erwerbskombination erarbeiten. Wenn Bauern die Gestaltung ihres Hofes aktiv angehen, werden sie auch künftig ihren Platz auf den Märkten finden. Denn hochqualitative und gesunde Lebensmittel werden immer gebraucht.“
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