02.08.2016, 13:59 Uhr

Warentest Katzenfutter: Teuer heißt nicht automatisch "sehr gut"

Die richtige Futterwahl ist wichtig für die Gesundheit der Katze. (Foto: MEV Verlag GmbH)

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) testete 21 Feuchtfuttermittel für Katzen. Das Ergebnis: Keines der Produkte erhielt die Bestnote "Sehr gut".

ÖSTERREICH. Acht – darunter auch günstige Sorten ab 0,77 Euro pro Ration – erreichten ein "Gut". Der Großteil der Produkte (13 von 21) schnitt am Ende allerdings nur mit den Noten "durchschnittlich" bis „nicht zufriedenstellend“ ab. Gründe für die schlechten Resultate sind entweder zu viele oder zu wenige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

"Gutes Katzenfutter gibt es für viel, aber auch für sehr wenig Geld", betont VKI-Projektleiterin Angela Tichy. "Während Tierhalter mit dem günstigsten Feuchtfutter im Test nur auf 77 Cent pro Tagesration kommen, fallen mit dem teuersten ,guten' Produkt täglich 3,04 Euro an."

Der richtige Nährstoffmix

Entscheidend sei bei der Futterwahl, dass das Tier ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen wie etwa Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt werde. "Katzen sind hochspezialisierte Fleischfresser", sagt Tichy. "Eine dauerhafte Unter- aber auch Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen."

Bei der erwachsenen gesunden Katze sei die häufigste Fehlernährung übrigens die Überversorgung mit Energie, sagt Tierärztin Christine Iben von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. "Zu viel Futter führt zwangsläufig dazu, dass die Katze sehr dick wird. Fettleibigkeit begünstigt das Auftreten von Erkrankungen wie Diabetes, Arthrosen oder Harnsteinbildung."

Nierenschäden durch Phosphor

Was den Gehalt an Kohlenhydraten betrifft, gab es bei keinem der geprüften Produkte etwas zu beanstanden. Gut fielen auch die Ergebnisse beim Eiweißgehalt aus. Für die Stoffe Kalzium, Phosphor und Magnesium lässt sich das jedoch nicht behaupten.

Bei Phosphor etwa lag eine Reihe von Produkten klar über dem Bedarf, was laut Christine Iben vor allem bei älteren Katzen ab zehn Jahren Nierenschäden verursachen kann. "Seniordiäten sollen niedrigere Gehalte an Phosphor aufweisen als Produkte für erwachsene Tiere", rät sie.

Bei Magnesium kam es bei drei der geprüften Futtermittel zu einer deutlichen Überversorgung. Vor allem die Futtersorten von Clever, Napur und Husse fielen hier mit hohen Werten auf. Eine Überversorgung mit Magnesium zusammen mit zu viel Phosphor kann auch die Bildung von Harnsteinen fördern.

Fünf Ernährungstipps vom Tierarzt

  1. Katzen sollen früh lernen, verschiedene Futtermittel zu fressen: Feuchtfutter, Trockenfutter und auch selbst zubereitetes Futter. Katzen sind sehr selektive – um nicht zu sagen heikle – Fresser und oft verweigern sie Futter, das sie nicht kennen. Gerade die Abwechslung verhindert aber Nährstoffmängel.

  2. Verwenden Sie Trockenfutter eher als Leckerli! Katzen sind "schlechte" Trinker, daher nehmen sie insgesamt weniger Feuchtigkeit auf, wenn die Nahrung trocken ist. Der Wassergehalt von Feuchtfutter beträgt rund 80 Prozent, so wird bereits mit dem Futter viel Flüssigkeit aufgenommen.

  3. Wasser soll immer zur Verfügung stehen – am besten an mehreren Plätzen in der Wohnung.

  4. Ab und zu ist eine Gewichtskontrolle von Vorteil. So kann die Futtermenge entsprechend angepasst werden, wenn die Katze zu- oder abgenommen hat.

  5. Reine Wohnungskatzen soll man zur Bewegung animieren – durch Verstecken von Leckerlis, Spielen oder Jagen. Eine zweite Katze ist dabei auch hilfreich.
5
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.