23.03.2016, 09:25 Uhr

Kassenpatienten warten bis zu 92 Tage auf MRT-Untersuchungen

Wie lange Patienten auf eine MRT-Untersuchung warten müssen, testete der VKI bei 61 österreichischen Einrichtungen. (Foto: MEV Verlag GmbH)

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat sich die Terminvergabe bei MRT-Untersuchungen genauer angesehen. Das Ergebnis: Vorgezogene Termine gegen Privatzahlung sind kein Einzelfall.

ÖSTERREICH. Getestet wurden die Wartezeiten bei 61 österreichischen Einrichtungen mit Kassenzulassung. Abhängig von Region und Einrichtung stellte der VKI Unterschiede fest.

Die kürzeste Wartezeit – zwei Tage – nannte ein Facharzt für Radiologie in Tirol. Die längste Wartezeit gab es bei einem Diagnosezentrum in Kärnten: 92 Tage, das sind rund 13 Wochen.

Kürzere Wartezeit bei Privatzahlung

Schneller geht es öfter gegen Privatzahlung: 28 von 61 Instituten boten auf Nachfrage eine Verkürzung der Wartezeit an – teils um mehrere Monate.

Vorgehensweise beim Test

In jeder untersuchten Einrichtung suchte der VKI insgesamt sechs Mal um einen Termin an. Die Testpersonen gaben Erkrankungen an, die zwar nicht als akut einzustufen sind, aufgrund von Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit aber eine starke Beeinträchtigung im Alltag bedeuten. Bei jedem Anruf wurde erwähnt, dass eine ärztliche Überweisung vorliegt.

Lange Wartezeit trotz Überweisung

"Wie unsere Untersuchung zeigt, ist die Wartezeit für eine MRT auch mit ärztlicher Überweisung oft beträchtlich", kritisiert Christian Kornherr vom VKI. In 27 der 61 angefragten Institute bekamen die Testpersonen innerhalb von drei Wochen einen MRT-Termin.

In weiteren 23 Instituten lag die durchschnittliche Wartezeit schon zwischen drei und fünf Wochen. Acht Einrichtungen hätten erst nach sechs bis acht Wochen einen Termin frei gehabt, und die restlichen drei Institute gaben Wartezeiten von neun Wochen und mehr an.

"Bei Akutfällen sind die Kasseninstitute vertraglich verpflichtet, die Betroffenen entsprechend der medizinischen Notwendigkeit einzureihen", erklärt Kornherr. Einen Anspruch darauf, dass die Untersuchung in einem bestimmten Zeitraum stattfindet, hätten Patienten derzeit allerdings nicht.

Schneller mit Privattermin

Können Patienten die Kosten der Untersuchung selbst tragen, müssen sie weniger lange warten – so die Vermutung. In einem zweiten Schritt prüften die VKI-Tester daher auch, ob es möglich ist, über einen Privattermin vorgereiht zu werden.

In Fällen, in denen den Testern eine Wartezeit von mehr als 14 Tagen angeboten wurde, hakten sie nach, ob sie gegen Privatzahlung einen früheren Termin bekommen könnten. 28 Institute gingen darauf ein. Die Zeitersparnis, die dadurch möglich gewesen wäre, lag – je nach Einrichtung – zwischen neun und 86 Tagen. Die Kosten lagen zwischen 130 Euro und 550 Euro. "Sozial Schwächere, die sich keinen privaten Termin leisten können, sind hier klar benachteiligt", so Christian Kornherr.

VKI-Tipps für Patientinnen und Patienten:

- Mehrere Institute anfragen: Die Wartezeiten für MRT-Untersuchungen können stark schwanken. Es kann sich daher lohnen, bei mehreren Einrichtungen nach einem Termin zu fragen.

- Wartelisten: Mit dem Arzt sollte abgeklärt werden, wie dringend die Untersuchung ist. Bei der Anmeldung im Institut haben Betroffene die Möglichkeit, darauf hinzuweisen, wenn sich ihr Zustand verschlimmert. Einige Einrichtungen führen Wartelisten für den Fall, dass jemand kurzfristig ausfällt, und reihen andere Patienten vor.

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Melanie Haberl aus Kufstein | 23.03.2016 | 13:49   Melden
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Sabine Miesgang aus Land Österreich | 23.03.2016 | 14:51   Melden
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