10.08.2016, 08:20 Uhr

Rautöne: "Erfolg definieren wir nicht übers Geld"

"Hauptplatz Nr. 3" heißt der erste Song von Martin Nero und Isabell Pannagl alias "Rautöne". (Foto: Rainer Boerecz)

Der Wiener Musiker Martin Nero hat sich mit der Schauspielerin und Kabarettistin Isabell Pannagl zusammengetan. Das Ergebnis heißt "Rautöne" und lässt die Herzen von Austropop-Fans höher schlagen.

Wie ist "Rautöne" entstanden?
MARTIN NERO: Jahrelang habe ich jetzt Texte auf Englisch verfasst. Ich habe aber gemerkt, dass ich auch deutsche Texte ganz gut hinkriege. Deutsche Texte wirken zudem authentischer und gehen schneller von der Hand. Durch einen Zufall lernte ich Isabell Pannagl kennen und daraus entstand "Rautöne".

Wie habt ihr gemerkt, dass ihr musikalisch zusammenpasst?
Als wir uns das erste Mal getroffen haben, um Musik zu machen, haben wir innerhalb von fünf Stunden einen ganzen Song gemacht.

Wie ging es weiter?
Ursprünglich war "Rautöne" als Duo gedacht – eine Gitarre und zwei Stimmen – mittlerweile sind wir aber zu einer richtigen Band angewachsen. Isabell und ich sind jedoch die Gesichter dieser Band.

Wie könnte man den Stil von Rautöne jemandem beschreiben, der die Band noch nie gehört hat?
"Rautöne" macht auf jeden Fall sehr österreichische Musik, wobei der Begriff Austropop so abgedroschen klingt. "Rautöne" hat einen rockigen Charakter und wir singen im Dialekt. Sagen wir so: "Rautöne" ist ehrliche, erdige, handgemachte Musik aus Österreich.

Das Rockige und Kantige steckt ja schon etwas im Namen, oder?
Es ist heutzutage nicht mehr so einfach, einen Namen zu finden. Ganz zu Beginn wollten wir uns "Neonschwarz" nennen, aber da gibt es schon eine deutsche Hiphop-Band mit tausenden Facebook-Fans. Irgendwann fiel mir das Wort "Grautöne" ein und daraus entwickelte sich unser Name. Ohne Google-Test, kannst du heute keinen Band-Namen mehr wählen. (lacht)

Worin liegt der Unterschied im Schreiben von deutschten Texten im Vergleich zu englischen?
Die Gedankengänge sind plausibler und ich brauche keine Wörterbücher mehr, in denen ich verzweifelt nach Reimen suche. Blöd gesagt: Heutzutage traut sich niemand mehr "fire" auf "desire" zu reimen. In den 80ern war das noch möglich.(lacht)



Wie kommen Text und Musik schlussendlich zusammen?
Zuerst ist einmal eine Melodie im Kopf, die nehme ich auf. Da ich ja noch keinen Text habe, singe ich irgendein Kauderwelsch dazu – das hört eh nie jemand. Auf dieser Basis schreibe ich die Songs. Schreibe ich auf Deutsch, entstehen mit der Melodie oft schon Textideen oder Themen.

Wann wird man "Rautöne" live sehen und hören können?
Wir möchten auf jeden Fall noch dieses Jahr die ersten Live-Termine spielen. Das zu koordinieren ist nicht so einfach: Isabell ist eine erfolgreiche Schauspielerin und Kabarettistin und ich komponiere nebenbei und spiele viel mit anderen Bands.

Wann ist man als Musiker erfolgreich?
Ich versuche, mein eigenes Ding zu machen. Wenn sich zehn Leute vor die Bühne stellen, um zu hören, was ich mache, dann ist das auch schon eine Art von Erfolg. Übers Geld lässt sich Erfolg nicht definieren, schon gar nicht in Zeiten wie diesen. Würde ich Geld machen wollen, würde ich Schlager machen. Nur: Das würde mir niemand abkaufen, es wäre nicht authentisch und ich wäre todunglücklich.

Zur Sache: Rautöne

Rautöne sind Martin Nero und Isabell Pannagl. Gemeinsam machen sie Austropop mit einer rockigen Note. Martin Nero wurde in der Obersteiermark geboren und lebt mittlerweile in Wien. Die Niederösterreicherin Isabell Pannagl ist Schauspielerin und Kabarettistin. Gemeinsam mit Tobias Moretti war sie in der "Dreigroschenoper" am Theater an der Wien zu sehen. Mehr Infos gibt's hier: Facebook-Seite von Rautöne

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