10.09.2016, 06:00 Uhr

Schulen sollen mehr Freiheiten erhalten

Bildungsministerin Hammerschmid (SPÖ): „Die Lehrerteams müssen künftig bestens aufeinander abgestimmt sein.“ Staatssektretär Mahrer (ÖVP) kann dem viel abgewinnen. (Foto: Hans Hofer/BKA)

Vor zehn Monaten hat die Regierung die Bildungsreform präsentiert. Davon wurde bislang kaum etwas umgesetzt. Passend zum Schulbeginn unternehmen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und ihr Gegenüber bei der ÖVP, Staatssekretär Harald Mahrer, jetzt einen neuen Anlauf.

So sollen laut Hammerschmid noch im Herbst die gesetzlichen Grundlagen für die Schulautonomie – ein wesentlicher Punkt der Bildungsreform - geschaffen werden. „Weil Schulen in den unterschiedlichen Regionen mit unterschiedlichem soziodemographischen Hintergrund vor unterschiedlichen Herausforderungen stehen“, so Mahrer ergänzend.

Direktoren suchen sich Lehrer selbst aus

Wichtiger Punkt: Die Schuldirektoren sollen sich die neuen Lehrer künftig selbst aussuchen können. Bisher war es so, dass ein Direktor der Schulbehörde meldete, in welchem Fach er einen Lehrer braucht. Die Behörden haben dann der Schule einen Lehrer zugeteilt.

Hammerschmid begründet den Systemwandel so: „Die Lehrerteams müssen künftig bestens aufeinander abgestimmt sein.“ Denn die einzelnen Schulen können künftig autonom ihre Öffnungszeiten festlegen und bei Bedarf Stunden blocken.

Schulen in einer Region sollen zusammenarbeiten

Es können Schwerpunkte gesetzt und Änderungen des Lehrplans vereinbart werden. „Das Thema Klimawandel kann als fachübergreifendes Projekt bearbeitet werden, bei dem zum Beispiel die Lehrer für Geographie, Physik und Biologie involviert sind“, so Hammerschmid.

Geht es nach Mahrer, so sollten schon mit dem Schuljahr 2017/18 die ersten Eckpfeiler der Schulautonomie realisiert werden können. Forcieren will Mahrer auch die sogenannten Schulcluster. Dabei sollen Schulen unterschiedlichen Typs in einer Region gemeinsam die Infrastruktur wie Sporteinrichtungen nützen oder mehrere Schulstandorte eine gemeinsame Nachmittagsbetreuung anbieten können.

„Innovationsstiftung für Bildung“ wird gerade eingerichtet

Rasch vorangehen solle es laut Mahrer auch mit der Ausbildung unserer Kinder in Sachen Digitalisierung. Laut Reformpaket sollen bis 2020 alle Schulen an das Highspeed-Internet angeschlossen sein.

Ebenso richtet der Bund gerade eine neue „Innovationsstiftung für Bildung“ ein. 50 Millionen Euro stehen zum Start für die ersten zwei Jahrebereit, damit sich Lehrer, Schüler und Schulen innovative Digitalprojekte fördern lassen können.
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lina lilli aus Donaustadt | 10.09.2016 | 10:04   Melden
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