08.03.2016, 08:51 Uhr

Weltfrauentag: 6,7 Prozent aller Ortschefs sind Frauen

Ein Bild vom Bürgermeisterinnen-Treffen 2015 in Bernstein im Burgenland. (Foto: KK)

Die Zahl der Bürgermeisterinnen steigt zwar, in Österreich sind aber nur 141 der 2.100 Ortschefs weiblich, das sind 6,7 Prozent. Im Vergleich der Bundesländer führt Niederösterreich mit 9,9 Prozent.

ÖSTERREICH. Der Gemeindebund wünscht sich mehr Bürgermeisterinnen. „Mehr als die Hälfte der heimischen Bevölkerung ist weiblich, aber keine sieben Prozent stehen als Bürgermeisterinnen ihren Gemeinden vor“, sagt Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der niederösterreichischen Frauenlandesrätin Barbara Schwarz zum Anlass des Weltfrauentags am 8. März.

141 Bürgermeisterinnen in Österreich

Derzeit gibt es in Österreich 141 Bürgermeisterinnen bei insgesamt 2.100 Gemeinden. „Wir haben uns in den letzten Jahren sehr bemüht, diesen Anteil zu heben, müssen aber eingestehen: Das hat bei weitem nicht gereicht, der Anteil der Frauen in Österreichs Gemeindeämtern steigt zu langsam“, so Mödlhammer.

Niederösterreich ist Spitzenreiter

Unter den Gemeinden in den verschiedenen Bundesländern gibt es dabei durchaus Unterschiede. Den höchsten Frauenanteil weist derzeit Niederösterreich mit 9,9 Prozent Bürgermeisterinnen auf – das sind in absoluten Zahlen 57 von 573. Den niedrigsten Wert verzeichnet Salzburg mit nur 3,4 Prozent weiblicher Ortschefs – in absoluten Zahlen 4 von 119. In Tirol sind durch die Kommunalwahlen einige Ortschefinnen dazugekommen.




Mödlhammer: "Frauen müssen sich mehr zutrauen"

„Frauen erklären sich zunehmend zur Übernahme eines Gemeinderatsmandats bereit, wagen dann aber den letzten Schritt ins Bürgermeisteramt nicht mehr“, so Mödlhammer. „In Niederösterreich gibt es beispielsweise fast 30 Prozent weibliche Gemeinderäte, aber nur knapp zehn Prozent weibliche Bürgermeisterinnen.“

Mit konkreten Maßnahmen sollen nun Frauen stärker ermutigt werden, auch den Folgeschritt zu gehen und sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben. „Die Idee der niederösterreichischen Initiative ‚Frauen stärken‘ halte ich dabei für ein gutes Element“, so Mödlhammer. „Meine Wahrnehmung ist, dass sich Frauen dieses Amt einfach selbst nicht zutrauen, weil sie die Erwartungshaltung an sich selbst zu hoch ansetzen. Wenn es uns gelingt, diese Ängste oder diese Sorge zu reduzieren, dann könnte das ein wichtiger Schritt nach vorne sein."

Bürgermeisterinnen-Treffen in Stuhlfelden

Schon seit einiger Zeit gibt es ein jährliches Treffen der österreichischen Bürgermeisterinnen. „Das ist ein sehr wichtiges Vernetzungstreffen, welches Frauen in diesem Amt oft zeigt, dass sie mit ihren Herausforderungen oder Stolpersteinen nicht alleine sind“, so Mödlhammer. Das heurige Treffen findet von 8. bis 10. August in Stuhlfelden in Salzburg statt.

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* Die Bürgermeisterinnen Österreichs im Überblick (Stand: August 2015)
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